Kirchlicher Zweckverband stellt sich als neuer Träger der Volkmarser Kindergärten vor

Gute Betreuung für die Kleinen

+
Die Volkmarser Kindergärten werden seit Beginn des Kindergartenjahres von einem kirchlichen Zweckverband geleitet. 93 Prozent der ungedeckten Kosten trägt die Stadt.

Volkmarsen - Hohe Qualitätsstandards und eine verstärkte Vernetzung der Kindergärten Külte, Ehringen und Volkmarsen untereinander: diese Ziele hat sich der Zweckverband der evangelischen Kindertagesstätten Volkmarsen gesetzt.

Dem neu gegründeten Zweckverband gehören der Kirchenkreis der Twiste sowie die Kirchengemeinden Külte und Volkmarsen an. Die Kirchengemeinde Ehringen wolle den Zweckverband zunächst begleiten, erläuterte Udo Geissler, Fachbereichsleiter Diakonie im Kirchenkreisamt Korbach, im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung.

Bislang hatten die drei städtischen Kindergärten Volkmarsen, Ehringen und Külte in freier Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes Bad Wildungen gestanden.

Personal übernommen

Im Zentrum von Geisslers Ausführungen: der ausgearbeitete Vertrag mit der Stadt Volkmarsen, der die Betriebsübernahme der Kitas und deren zukünftiges Konzept regeln soll. Demnach geht die Betriebsträgerschaft der drei Kindergärten mit Wirkung vom 1. August auf den Zweckverband über.

Mit der Betriebsübernahme wird auch das bisherige Personal der Stadt Volkmarsen - mit dem Zweckverband als Arbeitgeber - übernommen. Jede Kindertagesstätte sei mit je einer Leiterin besetzt, erläuterte Geissler.

Schwierig sei es dagegen gewesen, den Betriebsübergang für die bisherigen Mitarbeiter des DRK Bad Wildungen zu gestalten. Diesen sei von ihrem ehemaligen Arbeitgeber zum 31. Juli gekündigt worden, berichtete Geissler.

Einzelne Mitarbeiter hätten diese Ängste schon im Vorfeld geäußert und seien daraufhin aufgefordert worden, sich neu zu bewerben. „Alle, die wollten, wurden übernommen“, konnte Geissler berichten.

Stadt trägt Löwenanteil

Mehreren Stadtverordneten war das dargelegte Vorgehen des ehemaligen Trägers Anlass zu scharfer Kritik. „Das schlägt dem Fass den Boden aus“, kommentierte Thomas Neutze (FDP) empört. Tobias Scherf (CDU) äußerte sich „dankbar, dass Sie auf die Mitarbeiter zugegangen sind und alle übernommen werden konnten“.

Der Vertrag mit der Stadt Volkmarsen legt auch die künftige Finanzierung fest. Dadurch, dass die Stadt Volkmarsen 93 Prozent (Zweckverband: 7 Prozent) der ungedeckten Betriebskosten trage, sei eine Defizitdeckung gegeben.

Familienzentrum ausbauen

Zu den festgelegten inhaltlichen Zielen des Zweckverbands gehören die gleichwertig hohen Qualitätsstandards in allen drei Kindertagesstätten, die Förderung der Mitarbeiterqualifizierung wie auch der Kontakt zum katholischen Kindergarten St. Marien in Volkmarsen.

Stadtverordnete Christel Keim (SPD) regte zudem an, eine gemeinsame Anmeldeliste bei der Stadt zu etablieren.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vertrags sieht den Ausbau des Familienzentrums vor. Voraussetzung für einen Förderantrag beim Land Hessen sei ein regelmäßiges Angebot an drei Nachmittagen die Woche.

Man plane jedoch, für jeden Nachmittag ein Angebot zu schaffen. Wie Geissler erläuterte, werde dazu eine gesonderte Konzeption erstellt, in der man unter anderem mit dem Bathildisheim als Kooperationspartner zusammenarbeiten wolle.

Bis zum Januar 2013 solle ein fertiges Konzept für das Familienzentrum vorliegen. Dem konnte Ingbert Lauhof (CDU) nur zustimmen: „Es passiert also endlich mal was. Da sind wir auf einem guten Weg.“

Kommentare