Wethen

Hauptmann Gerd Frese berichtet von seinem Einsatz in Afghanistan

- Diemelstadt-Wethen (resa). Er wollte Frieden bringen in ein Land, das Menschenrechte mit Füßen tritt. Sechs Mal war Hauptmann Gerd Frese aus Wetterburg als Soldat in Afghanistan. In Wethen erzählte er jetzt, was aus seinen Zielen geworden ist.

Wenn Gerd Frese mit seinen Männer das Lager verlässt, dann rechnet er mit allem. „Wir tragen spezielle Brillen, um nicht von Splittern getroffen zu werden und Kopfhörer, um nicht von Explosionen taub zu werden“, erzählt der Soldat der Frankenberger Burgwaldkaserne. An seine Familie in Wetterburg, das beschauliche Leben in Waldeck-Frankenberg denkt er dann selten. Schließlich ist höchste Konzentration gefragt, wenn der Hauptmann auf Patrouille irgendwo in Afghanistan ist. „Die Angst fährt immer mit“, sagt Frese. Davor, dass ein Kamerad den Einsatz nicht überlebt, vor Angriffen, vor Explosionen und vor dem Tod. „Dann nichts wie raus aus diesem Land“, wirft eine Dame beim Schalom-Abend der Ökumenischen Gemeinschaft in Wethen ein, „wir haben da sowieso nichts zu suchen“. Gerd Frese, Ortsvorsteher in Wetterburg und Hauptmann bei der Bundeswehr stellt sich an diesem Abend den Fragen der Menschen in Wethen, will Vorurteile ausräumen und erzählen, wie es wirklich ist.

Und Gerd Frese weiß: „Wir können Afghanistan nicht einfach verlassen und es seinem Schicksal überlassen“. Es ist keine Werbeaktion für die Bundeswehr oder den Einsatz, es ist ein authentischer Bericht, den Frese den Menschen in Wethen anbietet. Ängste, Bedenken und Zweifel benennt er ebenso offen wie den Glauben an seinen Einsatz.

Mehr dazu lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung von Samstag, 24. Juli 2010.

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