Neues Drehleiterfahrzeug für Arolser Wehr

Hilfe bei Menschenrettung

Bad Arolsen - Zum Stelldichein nordhessischer Feuerwehren wurde die Übergabe des neuen Drehleiterfahrzeugs an die Stützpunktfeuerwehr Bad Arolsen. Von

Es misst zwölf Zentimeter und wiegt 15 Gramm: In der H 0-Version bekamen alle Arolser Kameraden sozusagen als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk ein Modell des DLK 23/12 überreicht. Doch das eigentliche Wunschobjekt bringt 15 Tonnen auf die Waage und konnte nach gemeinsamen Anstrengungen der Kommunen und Feuerwehren Hofgeismar, Wolfhagen und Bad Arolsen für jeweils rund 550 000 Euro aus Steuermitteln beschafft werden.

255 000 Euro gab das Land Hessen für das DLK Bad Arolsen, 19 Prozent steuerte der Kreis bei, den Rest brachte die Stadt auf. Der Kameradschaftsverein gab Spendenmittel für Teile der Ausrüstung. Bereits am Montagnachmittag (wir berichteten) wurden die drei nordhessischen Fahrzeuge durch Staatssekretär Werner Koch offiziell übergeben, da hatte die Arolser Drehleiter bereits ihren ersten Einsatz bei einem Kaminbrand in Landau am 26. November hinter sich.

15 Maschinisten der Feuerwehr Bad Arolsen wurden auf dem Fahrzeug geschult, das mit Hilfe von Computertechnik gesteuert wird und über eine auf 23 Meter ausfahrbare Leiter verfügt, die sich zudem abknicken lässt. Das Fahrzeug können die Kameraden zur Menschenrettung aus Baugruben oder Häusern einsetzen. Von ihm aus lassen sich Brände effizient bekämpfen. An Bord des mit zwei bis drei Mann besetzten DLK ist bereits ein Atemschutzgerät.

„Ein wichtiges Projekt aus dem Brandschutzentwicklungskonzept ist abgeschlossen worden“, sagte Bürgermeister Jürgen van der Horst. In den Mittelzentren sei der Brandschutz ohne solche Fahrzeuge nicht sicherzustellen. Die 25 Jahre alte Drehleiter könne nicht mehr erneuert werden, begründete der Rathauschef die Neuanschaffung, die allerdings nur durch die gemeinsamen Ausgaben von Land, Kreis und Kommune möglich sei. Weitere Projekte des Brandschutzes ständen an und ließen sich auch gemeinsam stemmen, sagte van der Horst. „Jeder Griff sitzt“ Die gemeinsame Beschaffung der Drehleitern, die allein in Bad Arolsen eine Ersparnis von 40 000 Euro brachte, bezeichnete van der Horst als vorbildliches interkommunales Projekt: „Es zeigt, wie es weitergehen kann.“

„Jeder Griff sitzt“, versicherte Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer nach den über zwei Monate laufenden Ausbildungen für die am DLK eingesetzten Feuerwehrleute. Er hob zudem die Arbeit des Drehleiterausschusses hervor, in dem die Feuerwehren die Beschaffung mit vorbereitet haben. Das alte Fahrzeug sei inzwischen versteigert worden. „Menschenleben hängen von dem Einsatz ab“, stellte Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf die Bedeutung des DLK 23/12 heraus. Allein in der Großgemeinde Arolsen mit ihren Kliniken, dem Hotel oder der verwinkelten Altstadt von Mengeringhausen sei die Drehleiter wichtig: „Die Investition lohnt sich.“ Kluge Planung habe zur Einsparung von Steuergeldern beigetragen, sagte MdL Armin Schwarz. Tragende Säule Der Bad Arolser Stützpunkt sei eine tragende Säule im überregionalen Brandschutz, hob Manfred Hankel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, hervor.

Wehrführer Gordon Kahlhöfer blickte auf die interkommunale Beschaffungsaktion zurück und unterstrich die Bedeutung eines Drehleiterfahrzeugs für Brandschutz und Menschenrettung. Das alte Fahrzeug sei überregional beispielsweise in Korbach und Sachsenhausen eingesetzt gewesen. Zunehmend werde die Drehleiter auch zur Unterstützung des Rettungswagens angefordert, wenn die Sanitäter mit den Tragen nicht durch enge Treppenaufgänge gelangen können.

Wie das neue DLK 23/12 funktioniert, konnten sich die Feuerwehrleute aus Nordhessen und Nordrhein-Westfalen am Samstagabend auf dem Hof des Stützpunktes erklären lassen. Daneben hatte das Welcome Hotel für die Bewirtung der Kameraden gesorgt. Wie wichtig gut ausgerüstete Wehren sind, hatte Hoteldirektor Peter Hackel erst kürzlich gesehen, als zum zweiten Mal auf dem Außengelände eine Sauna in Flammen aufging. (ah)

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