Bis zu 20 Windräder im Fürstlichen Wald, weitere Anlagen am Waldrand

Höhenrücken im Grenzgebiet

Windkraftanlagen im Roten Land an der Landesstraße zwischen Neudorf und Helmighausen mit Blick auf Hesperinghausen. Foto: Schulten

Bad Arolsen-Helsen - Das Thema Windkraft bewegt die Menschen - neuerdings auch in Helsen. In der Bürgerhalle ließen sich gestern Abend 100 Interessierte über die neuen Pläne für den Bau von zwei großen Windkraftanlagen am Ortsrand von Helsen informieren.

Ein Landwirt aus Helsen will seine Fläche am Waldrand für eine jener modernen Vestas-Anlagen bereit stellen, die bei einer Nabenhöhe von 140 Metern und einem Rotordurchmesser von 112 Metern eine Gesamthöhe von rund 200 Metern erreichen und eine elektrische Nennleistung von 3,3 Megawatt erreichen.

Nicht weit entfernt von jenem Standort, auf der anderen Seite der Landesstraße nach Eilhausen, bietet sich eine weitere Fläche am Waldrand für eine solche Anlage an. Diese Fläche gehört der Waldeckischen Domanialverwaltung, die beim Bau von Windkraftanlagen mit der EWF-Schwester VEW (Verbands-Energie-Werk) zusammenarbeitet.

Hier wäre eine Beteiligung von Bürgern aus der Region mit Sparbriefen oder einem Genossenschaftsmodell denkbar.

Im laufenden Planungsverfahren werden alle denkbaren Auswirkungen auf den umgebenden Naturraum und die Ortslage von Helsen abgeprüft.

So drehten sich gestern Abend bei der gemeinsamen öffentlichen Informationsveranstaltung für die Ortsbeiräte von Helsen, Massenhausen, Kohlgrund und Schmillinghausen unter anderem um Schattenwurf, Lärm und Sichtbeziehungen.

Masse macht‘s bedrohlich

Doch es sind nicht diese beiden Anlagen allein, die die besorgten Fragen der Bürger hervorriefen. Es ist die Massierung von geplanten Windparks in Nordwaldeck. - Heinrich Heine aus Diemelsee brachte das Problem auf den Punkt: „Wir haben in einem Streifen von Willingen bis Diemelstadt schon jetzt eine Dichte von Windkraftanlagen wie kaum an einem anderen Ort in Hessen.“

Tatsächlich plant derzeit auch die Fürstliche Hauptverwaltung in einem 1000 Hektar großen Waldgebiet zwischen Helsen, Massenhausen, Kohlgrund, Schmillinghausen und Rhoden bis zu 20 Windkraftanlagen. Planungsträger ist hier wie beim Windpark im Stadtwald von Mengeringhausen das weltweit operierende Unternehmen wpd mit Sitz in Bremen.

wpd-Planer Ekkehard Darge war dem Wunsch von Bürgermeister Jürgen van der Horst gefolgt, in der Bürgerhalle Helsen auch die fürstlichen Windkraftpläne vorzustellen. Dabei wurde deutlich, dass derzeit eine Vorprüfung zur Abklärung von flugrechtlichen Rahmenbedingungen läuft. Konkret geht es um die Frage, ob 20 Windkraftkraftanlagen im fürstlichen Wald das für den internationalen Flugverkehr wichtige Drehfunkfeuer bei Warburg in seiner Funktion beeinträchtigt.

Das Planungsrisiko mit allen Kosten trägt der Investor wpd. Um die amtlichen Prüfgebühren nicht unnötig hoch ausfallen zu lassen, wurden im Prüfantrag erst nur fünf Anlagen benannt. Dennoch sind tatsächlich 10 bis 20 Anlagen am Ende Planungsphase angestrebt. Auch hier sollen einige Anlagen für die finanzielle Beteiligung von Bürgern aus der Region reserviert bleiben. Ziel sei es, so Darge, einen möglichst hohen Anteil der Wertschöpfung und 90 Prozent der Gewerbesteuer in der Standortgemeinde zu belassen.

Der erste Teil der Fragerunde wurde von Stadtverordneten dominiert. Im zweiten Teil meldeten sich vermehrt Bürger aus Helsen und den Nachbargemeinden zu Wort. Darunter war auch eine Udorferin, die sich sich sorgte, dass an das Dorf an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen von beiden Seiten mit Windkraftanlagen bedrängt zu werden.

Das bekräftigte auch Diemelstadts Bürgermeister Elmar Schröder, der Zaungast nach Helsen gekommen war, und zu einer weiteren Informationsveranstaltung am Mittwoch, 25. Februar, nach Helmighausen einlud.

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