Bad Arolser Windkraftgegner legen Gegengutachten vor

Hoffen auf ein Veto aus Kassel

- Die Bürgerinitiative „Keine Windräder im Stadtwald“ hat ein Gutachten an Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke übergeben und hofft, damit die Windkraftpläne in Bad Arolsen stoppen zu können.

Bad Arolsen-Mengeringhausen. Das umfangreiche Brut- und Zugvogelgutachten aus den Jahren 2011 und 2012 kommt zu anderen Ergebnissen als das vom Investor „WPD think energy“ in Auftrag gegebenen Gutachten des Planungsbüros PNL Hungen. Die ürgerinitiative bemängelt am PNL-Gutachten sowohl inhaltliche als auch methodische Schwächen, die zu einem verfälschten Bild der tatsächlichen Brut- und Zugvogel-Situation im Stadtwald geführt hätten. Im planungsrelevanten Drei-Kilometer-Radius um die geplanten Anlagen seien seit mehreren Jahren besetzte Rotmilanhorste gar nicht erfasst worden. Darüber hinaus fänden sich auch falsche Angaben von Zugrouten, die sogar von den langjährigen Karten der Unteren Natruschutzbehörde abwichen. Zwar behaupte PNL, nach gängigen Standards gearbeitet zu haben. Dies werde jedoch von den BI-Gutachten widerlegt, so BI-Sprecher Jörg Vogel. Aus Sicht der BI trägt die Stadt Bad Arolsen den Belangen des Naturschutzes nicht hinreichend Rechnung, sondern treibe ihre Planungen ungeachtet der Situation im Stadtwald weiter fort. Mittlerweile seien sogar Windenergieanlagen von 200 Meter Höhe statt der anfänglichen 180- Meter-Anlagen geplant. Mit der Übergabe der Gutachten möchte die BI zum wiederholten Mal ein Zeichen setzen, dass trotz der Notwendigkeit der Energiewende wichtige Naturschutzbelange nicht dem Wildwuchs von Windkraftanlagen geopfert werden dürfen. Regierungspräsident Dr Lübcke und seine Mitarbeiter Kaivers, Otto und Vahle zeigten sich sehr interessiert und bedankten sich für die zusätzlichen wichtigen Erkenntnisse. Man verabschiedete sich mit der Zusage, dass naturschutzfachliche Verbotstatbestände überprüft und sehr ernst genommen würden.In diesem Zusammenhang weist die Bi auch darauf hin, dass Bürger noch bis zum 16. November die Möglichkeit haben, ihre Einsprüche zu den geplanten Anlagen in schriftlicher Form einzureichen. (r)

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