Bodenschutzkalkung im Waldecker Land

Hubschrauber über den Wäldern

Diemelstadt - Hubschrauber kreisen demnächst wieder über dem Wald: Die Bodenschutzkalkung 2014 beginnt in diesen Tagen.

Wie schon im vergangenen Jahr werden ab kommender Woche im Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Diemelstadt Waldflächen gekalkt. In den Revieren Rhoden, Landau und Korbach sollen auf insgesamt 1900 Hektar 5700 Tonnen Kalk mit Hubschraubern verteilt werden. Hierdurch wird der Wald in seiner Widerstandskraft gegen Luftschadstoffe, welche über sein Kronendach rund um die Uhr ausgefiltert werden, gestärkt. Je Hektar Wald werden drei Tonnen Magnesiumkalk aus der Luft verrieselt. Ausgenommen hiervon sind Jungbestände und Waldblößen, Gewässer und deren Einzugsbereiche sowie naturschutzfachlich sensible Bereiche.Der Kalk wird mit Lkw in den Wald transportiert. Dort verlädt ein Radlader den bodenfeuchten Kalk in einen Streutrichter, der mit Stahltrossen am Helikopter befestigt ist. Der Helikopterpilot überfliegt dann die zu kalkenden Waldflächen und verstreut zielgenau seine Fracht. Damit dabei nicht versehentlich die benachbarte Waldfläche gekalkt wird, wird er mittels GPS-Navigation und exakt vorbereiteten elektronischen Karten geleitet. Innerhalb weniger Minuten ist er am Ausgangspunkt zurück, und das ganze Prozedere beginnt von neuem, bis der Waldort abgearbeitet ist. Der ausgebrachte Kalk ist für Mensch und Umwelt ungefährlich. Dennoch darf aus Sicherheitsgründen das Waldgebiet, über dem gerade gekalkt wird, nicht betreten werden. Das Forstamt Diemelstadt bittet daher um Verständnis, dass an diesen Tagen der sonst frei betretbare Wald gesperrt wird. Hinweisschilder und Absperrbänder an den betroffenen Waldwegen signalisieren dies dem Waldbesucher. In diesem Jahr werden neben dem Domanialwald bei Rhoden und Bühle auch Teile des Stadtwaldes Diemelstadt, die Wälder der Marker Waldgenossen bei Korbach, der Interessentenwald Bramberg bei Mühlhausen und einige Kleinprivatwälder bei Meineringhausen gekalkt. Ganz preiswert ist diese Vorsorge für den Waldboden nicht. Rund 260 Euro je Hektar muss der Waldeigentümer anlegen. Da aber der Wald wegen seiner multifunktionalen Wirkung nicht nur dem Eigentümer, sondern auch der Allgemeinheit dient, fördert die öffentliche Hand mindestens 90 Prozent der anfallenden Nettokosten. Das Forstamt Diemelstadt, ein Teilbetrieb von Hessen-Forst, ist für einen Großteil der Wälder Nordwaldecks zuständig und organisiert und begleitet den kompletten Prozess der Bodenschutzkalkung für die Waldeigentümer und steht unter der Telefonnummer 05694-991630 für Fragen und Anregungen zur Verfügung. (r)

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