Fritz und Marina Bremer setzen ihr Konzept der Erlebnisgastronomie konsequent um

Hüttenatmosphäre im Rhoder Krug

Fritz und Marina Bremer haben die Rhoder Gaststätte „Zum Krug“ von Moritz von Twickel (r.), dem Eigentümer der Westheimer Brauerei, erworben. Dazu gratuliert Bürgermeister Elmar Schröder (l.), der seine Unterstützung bei der Sanierung des historischen Gebäudes am Rande der Altstadt mit Mitteln des städtebaulichen Denkmalschutzes zugesagt hat. Foto: Elmar Schulten

Diemelstadt-Rhoden - Nach zahlreichen Pächterwechseln in den vergangenen zehn Jahren kommt die Rhoder Traditionsgaststätte „Zum Krug“ mit ihrem großen Saal für Vereinsveranstaltungen und Familienfeiern wieder in ruhigeres Fahrwasser.

Die von der Huxmühle und dem Rasthaus an der Autobahnauffahrt bestens bekannten Marina und Fritz Bremer haben das historische Gebäude an der Rhoder Landstraße von Moritz von Twickel, dem Eigentümer der Brauerei Westheim, erworben. Im Gepäck haben sie viele neue Ideen, die einen langfristigen Betrieb gewährleisten sollen.

Die Bremers sind bekannt für ihre Erfahrung auf dem Gebiet der gemütlichen Gastlichkeit. In der Huxmühle sind ihre 240 Sitzplätze fast jedes Wochenende bis auf den letzten Platz belegt. 39 Hochzeiten wurden hier im vergangenen Jahr gefeiert, außerdem viele runde Geburtstag, Konfirmationen und manche Familien- und Firmenfeier mehr. Der Einzugsbereich reicht von Kassel bis Lippstadt.

„In letzter Zeit mussten wir bei mehr Anfragen absagen, als wir annehmen konnten. Schon jetzt, Ende Januar, haben wir 150 Weihnachtsessen gebucht. Ab September sind wir fast völlig ausgebucht“, verrät Fritz Bremer. Deshalb haben er und seine Frau sich dazu entschlossen, das seit einigen Wochen leer stehende Restaurant „Zum Krug“ zu kaufen und nach ihren Vorstellungen umzubauen.

Der große Saal, der rund 120 Gäste fasst, soll in alpenländischem Stil umgestaltet werden. Er soll demnächst die gemütliche Atmosphäre einer Berghütte ausstrahlen.

Spielplatz mittendrin

Die Kegelbahn wird entfernt. An ihrer Stelle sollen eine Schaukel und eine Rutsche aufgestellt werden, schließlich wollen bei Familienfeiern auch die kleinen Gäste gut beschäftigt sein. Der bislang eher schmucklose Eingang zum Saal wird passend zum Thema Alpenhütte neu gestaltet.

Der Thekenbetrieb wird am 21. Februar wieder aufgenommen. Dann können auch wieder alle Jahreshauptversammlungen der Rhoder Vereine hier stattfinden. Als Erstes hat sich der TV Germania angesagt. Das war auch ein Hauptanliegen für Baron von Twickel senior, als er 2009 den „Krug“ erworben hat: Die Traditionsgaststätte, in der schon immer Westheimer Bier ausgeschenkt wurde, sollte den Rhoder Vereinen erhalten bleiben.

Dieses Ziel wird nun in optimaler Weise erreicht, nachdem die erfahrene Gastwirtsfamilie Bremer das Objekt übernommen hat. „Das macht sich aber nicht von alleine“, betont Bürgermeister Elmar Schröder: „Das ist mit viel Arbeit verbunden. Die Bremers wissen, worauf sie sich eingelassen haben.“

Zunächst steht der Umbau mit grundlegender Sanierung an. Ein Teil der Sanierungskosten kann wahrscheinlich über das aktuell laufende Förderprogramm „städtebaulicher Denkmalschutz“ bezuschusst werden. Dabei will der Magistrat helfen. Schließlich geht es darum, einen beliebten Versammlungsraum in Rhoden zu erhalten.

Zum Konzept der Bremers gehört in der Huxmühle wie demnächst im Krug, dass die Gasthäuser regelmäßig nur freitags, samstags und sonntags geöffnet sind. Für angemeldete Gruppenfeiern können darüber hinaus weitere Termine in der Woche gebucht werden.

Außerdem steht der Saal im Krug künftig zur Vermietung jedermann zur Verfügung. Dann liefert Familie Bremer die Getränke und bei Bedarf auch das Essen. Die Bewirtung kann jeder Mieter dann selber organisieren.

Krug und Huxmühle sind dann künftig Teil eines Gesamtkonzepts, zu dem auch der Archehof gehört, den Fritz Bremer im Tal zwischen Steinmühle und Huxmühle aufgebaut hat. Mehr als 200 Tiere vom Aussterben bedrohter Haustierrassen werden hier auf einem Erlebnisbauernhof gehalten. Das war schon immer Fritz Bremers Traum. Jetzt setzt er ihn um.

Die langsam wachsenden Angler-Sattelschweine dürfen hier über ein Jahr im Stall und auf der Weide gedeihen, bevor sie geschlachtet und bei Familiefeiern als Schmaus angeboten werden. Die hofeigenen Gänse haben im Herbst einen festen Platz auf der Speisekarte.

Die vor Kurzem erst angeschafften Esel sollen demnächst eine Kutsche ziehen, in der sich Gäste durch das Tal fahren lassen können. Der Rundwanderweg ist ein weiteres Angebot an die Gästegruppen.

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