Kläranlage Kallental

Ingenieure tüfteln an Lösung

Ortstermin an der Kläranlage Kallental mit dem heutigen MdL Armin Schwarz. Ingenieure tüfteln derzeit an einer Lösung der Probleme bei der Abwasserreinigung. Foto: Elmar Schulten

Diemelstadt-Helmighausen. - Anschluss an das Klärwerk Marsberg oder eine biologische Belebungsanlage der EWF? Das Klärwerk Kallental muss jedenfalls erneuert werden.

Die Vorflut für die 1985 errichteten Klärteiche reicht bei Weitem nicht aus, um die Schmutzfracht wie geplant zu reinigen. Dipl.-Ing. Ulrich Gröticke vom Planungsbüro in Berndorf hat auf Einladung des Magistrats den Entwurf für einen Anschluss an das Klärwerk in Marsberg vorgestellt. Kosten: 1,1 Millionen Euro. Am 22. Mai soll ein Vertreter der „Energie Waldeck-Frankenberg“ (EWF) das Konzept für ein biologisches Belebungsbecken vorstellen, das sich an Abwasserbehandlungsanlagen auf Schiffen orientiert.

Seit Inbetriebnahme der Anlage in Kallental gebe es viele Probleme bei der Abwasserreinigung, sagte der CDU-Sprecher Wilhelm Dietzel in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstagabend. Die Bedenken wegen der geringen Vorflut seien schon damals angesprochen worden, als er noch Stadtverordneter in Diemelstadt war.

Doch der Regierungspräsident habe damals vorgegeben, dieses Klärwerk zu bauen, berichtete Dietzel. Die städtischen Mitarbeiter hätten eine hervorragende Leistung erbracht, indem sie die Anlage in Gang gehalten hätten, sagte Bürgermeister Elmar Schröder.

Die Situation müsse nicht dramatisiert werden, sagte der Rathauschef. Die Stadt stehe nicht unter Zeitdruck.

Wichtig sei es, Alternativkonzepte für die Reinigung der Abwässer aus Hesperinghausen und Helmighausen vorweisen zu können. Die Stadt werde Fördermittel für die Sanierung bekommen.

Das Ingenieurbüro selbst habe vor knapp 30 Jahren die Teichanlage nicht für die beste gehalten, erklärte Gröticke. Die Firmen hätten die Anlage nachgerüstet, doch die garantierten Leistungen würden nicht erbracht. Inzwischen seien die Firmen nicht mehr am Markt.

Das Konzept des Büros Gröticke sieht im Kern einen Anschluss an das Klärwerk in Marsberg vor. Dazu müsste eine 1700 Meter lange Leitung bis zu einer Pumpstation an der Diemel gebaut werden, von dort würde das Abwasser über eine 300 Meter lange Rohrleitung in die Anlage eingeleitet. Erforderlich sei auch eine Querung unterhalb der Diemel.

Unwägbarkeiten

In jedem Fall müssten ein Regenrückhaltebecken für 150000 Euro und ein neuer Rechen mit Sandfang gebaut werden, zudem ein kleinerer Kompressor. Diese technischen Einrichtungen würden auch bei der Anlage benötigt, die die EWF selbst anbiete. Der Anschluss an Marsberg wäre „ein Rundum-sorglos-Paket“, sagt Jürgen Pawelzig (FWG). Nach Auffassung von Markus Budde gibt es noch viele Unwägbarkeiten, etwa die noch offene Frage eines Zuschusses: „Allein schaffen wir das nicht.“ Der Reiz bei dem EWF-Angebot bestände darin, dass das Unternehmen die Anlage für 20 Jahre übernähme. „Das wäre ein Traum, wenn wir die Probleme mit der Kläranlage Kallental von der Backe hätten.“

„Der Handlungsdruck ist nicht so enorm hoch“, erklärte der Bürgermeister. Vorrang habe nämlich das Abwasser-Sofortprogramm. (ah)

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