Der internationale Suchdienst in Bad Arolsen stellt erstmals Opferdaten ins Internet

Suchdienst goes online

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ITS goes online: Der Internationale Suchdienst in Bad Arolsen hat damit begonnen, Opferdaten im Internet zu veröffentlichen.  Das Foto zeigt links Projektleiter Dr. Christian Groh, ITS-Direktorin Prof. Dr. Rebecca Boehling und den IT-Dienstleiter Kay Heiligenhaus von der Firma semntics Kommunikationsmanagement.

Bad Arolsen. Der Internationale Suchdienst hat damit begonnen, einen Teil seiner Datenbestände zu Opfern des Nazi-Regimes im Internet zu veröffentlichen. Damit soll Wissenschaftlern und interessierten Laien, aber auch Hinterbliebenen von Opfern die Möglichkeit gegeben werden, am heimischen Computer anzustellen.

In einem ersten Durchgang werden drei unterschiedliche Datensammlungen veröffentlicht:

Es sind dies zum einen Informationen und Namen zu Häftlingen, die bei den so genannten Todesmärschen in den letzten Kriegstagen aus den Konzentrationslagern evakuiert wurden.

Außerdem werden die Namen des so genannten Kindersuchdienstes veröffentlicht. Dahinter steht die Hoffnung, 70 Jahre nach Kriegsende vielleicht doch noch die eine oder andere Familienzusammenführung zu ermöglichen. Denn es gilt: Wenn es heute noch Überlebende des Nazi -Terrors gibt, dann waren sie bei Kriegsende im Kindesalter.

Schließlich veröffentlicht der Suchdienst Daten und Fotos zu den so genannten  Effekten. Das sind die persönlichen Gegenstände, die den Häftlingen abgenommen wurden, für die Verwaltung in den Konzentrationslagern keine Geldwert hatten, dafür aber für Hinterbliebene heute von unschätzbarem emotionalen Wert sein können. Dazu gehören Fotos, Briefe, in Einzelfällen auch Taschenuhren oder Zigarettenetuis. Von diesen Effekten verwahrt der Suchdienst in Bad Arolsen heute noch etwa 3300 Stück.

Wer sich für die Daten des internationalen Suchdienstes interessiert, findet sie unter dieser Internetadresse: https://digitalcollections.its-arolsen.org/

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