Internationaler Suchdienst benötigt neues und vor allem trockenes Archivgebäude in Bad Arolsen

Wertvolle Dokumente in Gefahr

+
Der Internationale Suchdienst will das sogenannte Haus am Park von der Stadt erwerben, abreißen und dann durch einen modernen Neubau ersetzen.

 Bad Arolsen. Der internationale Suchdienst verwahrt ein von der Unesco anerkanntes Weltdokumentenerbe – und hat in seinen Kellern ein Feuchtigkeitsproblem. Das passt nicht zusammen. Deshalb wird hinter den Kulissen um einen Neubau gerungen.

Der Kampf mit den entscheidenden Instanzen in der Bundesregierung dauert nun schon seit Jahren an. Doch die Zeit drängt. Während sich auf der einen Seite Experten um die Entsäuerung und Konservierung der wertvollen historischen Dokumente aus der Zeit des Dritten Reiches bemühen, zieht auf der anderen Seite Feuchtigkeit in die Karteikarten und Akten.

Es habe sogar schon einen Wasserschaden im sogenannten Haus am Park gegeben, bestätigt die scheidende Professor Dr. Rebecca Boehling auf WLZ-Nachfrage bestätigte. Der Schaden an den Dokumenten sei vergleichsweise gering, dennoch habe der Suchdienst Experten zur Papierrestaurierung in Leipzig einschalten müssen.

Das Haus am Park war einst ein Hotel in der Jahnstraße. Als es aufgegeben wurde, kaufte es die Stadt und verpachtete es an den Internationalen Suchdienst. Jetzt wird darüber nachgedacht, das Gebäude von der Stadt zu kaufen, abzureißen und an seiner Stelle einen modernen Archivneubau zu errichten. Die Pläne dazu sind schon einige Jahre alt. Doch es geht nur langsam voran.

Zuständig für die Gebäude des Suchdienstes ist die bundeseigene Immobilienverwaltungsgesellschaft bima, die auch schon die Kaserne auf dem Mengeringhäuser Hagen für den Bundesfinanzminister vermarktete. Die Kosten für den Neubau erscheinen irgendwann im Haushalt der Bundesministerin für Kultur und Medien.

Im Internationalen Ausschuss, der über den Internationalen Suchdienst wacht, wurden die Baupläne bereits abgesegnet und mit Nachdruck an die Bundesregierung weitergeleitet, wie die Vertreterin Italiens, Dr. Micaela Procaccia, bei ihrem Besuch in der vergangenen Woche in Bad Arolsen bekräftigte. Den elf Staaten im Internationalen Ausschuss sei sehr daran gelegen, dass die wertvollen Dokumente dauerhaft erhalten würden.

 Im Bundesfinanzministerium sei inzwischen die erste von mehreren Hürden genommen worden, sagt Boehling. Sie rechne aber damit, dass das ganze Prozedere bis zum Bezug des Neubaus noch weitere vier bis fünf Jahre dauern könne.

Kommentare