Naturschutzmaßnahme am Hohen Steiger zwischen Volkmarsen und Breuna

Kalkmagerrasen statt Kiefernwald

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Volkmarsen - 13 Jahre nach Fertigstellung des Feuerwehrstützpunktes ist die mit der Baugenehmigung verbundene naturschutzrechtliche Ausgleichsabgabe umgesetzt worden.

Wanderer, die sich auf dem Wanderweg entlang des Hohen Steigers in Richtung Warburg bewegen, werden sich wahrscheinlich wundern, warum der Kiefernwald, der auf der Hangseite zur Kugelsburg gedieh, plötzlich abgeholzt wurde.

Die Fällaktion wurde von der Unteren Naturschutzbehörde angeordnet, vom Forstamt Diemelstadt ausgeführt und von der Stadt Volkmarsen bezahlt. Die Kiefern wuchsen auf Kalkmagerflächen, die vor 150 Jahren noch völlig unbewaldet war und typischerweise von Schlüsselblumen, Enzian, Goldglöckchen, Orchideen und Thymian beherrscht wurden.

Damit die Bewohner des Kalkmagerrasens wieder eine Chance bekommen, mussten die Kiefern auf einer Fläche von rund 1,3 Hektar weichen, wie Ulrich Trachte vom Fachdienst Natur- und Landschaftsschutz erläutert.

In einem nächsten Schritt werden auch die niederen Pflanzen, vor allem die jungen Baumtriebe abgeräumt. Zu viel Humus würde den Magerrasen schaden.

So ist die Stadt Volkmarsen in den nächsten vier Jahren einen Schäfer zu bezahlen, der mit seiner Herde über die Fläche zieht. Danach organisiert die Naturschutzbehörde die regelmäßige Beweidung. Der Kalkmagerrasen am hohen Steiger wurde als Naturdenkmal deklariert. Das verpflichtet.

Der Blick vom Wanderweg an der Stadtgrenze zwischen Breuna und Volkmarsen in Richtung Kugelsburg ist traumhaft schön. Höchster Punkt ist der 322 Meter hoch gelegene „Hohe Steiger“.

An der „Passhöhe“ habe Heimatfreunde schon vor über 100 Jahren eine Linde, eine Eiche und einen Ahorn gepflanzte. Ruhebänke laden zum Verweilen ein. Ein wahre Idylle, die durch das Abräumen der Kiefern um ein herrliches Panorama bereichert wurde.

Die Aufwertung von Wald zu Kalkmagerrasen wurde mit einem Wert von 91160 Ausgleichspunkten berechnet. Das entspricht 31500 Euro.

Andere Gemeinden kaufen sich von der Verpflichtung frei. Für den Volkmarser Magistrat ist es wichtig, dass der Geldwert und der ideelle Wert einer intakten Natur vor Ort bleibt.

Bürgermeister Hartmut Linnekugel, Forstamtsleiter Martin Klein und Ulrich Trachte von der Unteren Naturschutzbehörde loben übereinstimmend das gelungene Beispiel einer Kooperation bei einer naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahme.

Das nächste Projekt ist schon vorbereitet: Am Peterskopf in Sichtweite soll die nächste Kalkmagerfläche freigelegt werden.

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