Schon elf neue Sozialpädagogen und Erzieher aus den Reihen der Respekttrainer

Kannenberg-Trainer erfolgreich

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Wir schaffen es! – So lautet das Motto der Jugendlichen im Trainingscamp von Lothar Kannenberg (vorne, rechts). Genauso lautet auch das Motto des Respekttrainers Jürgen Henniges (roter Trainingsanzug), der ebenso wie sein Bruder jetzt die Prüfung zum Sozi

Diemelstadt-Rhoden - Das Trainingscamp Lothar Kannenberg gratuliert den Geschwistern Martin und Jürgen Henniges zur bestandenen Prüfung als Diplom-Sozialpädagogen. Beide Absolventen haben mit dem hervorragenden Ergebnis von 1,1 ihre Prüfungen bestanden.

Mittlerweile haben seit Bestehen der Einrichtung schon elf Kollegen (vier Sozialpädagogen und sieben Erzieher) berufsbegleitend ihre Ausbildungen erfolgreich absolviert. Es war auch schon ein Diplom-Sozialpädagoge mit dem landesweit besten Jahrgangsergebnis, nämlich 1,0, dabei.

Bei den meisten Absolventen handelt es sich um Personen, die irgendwann ihre Ausbildung an den Nagel gehängt hatten. Nachdem sie jahrelang in einem anderen Bereich ihre Brötchen verdient haben, sind sie mit dem Trainingscamp in Diemelstadt in Berührung gekommen.

Anstrengender Schichtdienst

Über eine Ausnahmeregelung mit der Heimaufsicht konnten sie parallel neben der Arbeit im Trainingscamp Lothar Kannenberg ihre Ausbildung weiterverfolgen und abschließen.

Martin Henniges, der in den vergangenen zwölf Jahren Einfamilienhäuser verkauft hat, ist gerade 50 Jahre alt geworden. Für ihn war es, wie er berichtet, äußerst anstrengend, einige Jahre wieder die Schulbank zu drücken und nebenbei den Anforderungen einer Vollzeitstelle mit Schichtdienst gerecht zu werden. Schließlich hat er sich mit dem guten Ergebnis selbst belohnt.

Auf die Frage, was denn nun nach den langen anstrengenden Monaten mit der Diplomarbeit und der Prüfungsvorbereitung kommt, sagt sein Bruder Jürgen, dass er sich jetzt erst mal um alle Menschen kümmern müsse, die sich in der ganzen Zeit bei ihm hinten angestellt haben, unter anderem seine langjährige Lebensgefährtin.

So eine Gewaltanstrengung kann auch nur dann gelingen, wenn das ganze Umfeld Unterstützung und Rücksichtnahme zusichert. Das war gerade auch in dem Schichtteam so, dem Jürgen und Martin angehören. Nun freuen sich die Team-kollegen ganz besonders, dass sie wieder vollständig sind und der Studienstress, von dem alle mit betroffen waren, abgefallen ist.

Nicht immer geradlinig

Die Auswertung der langfristigen Trainingscamp-Ergebnisse durch die Uni Kassel hat bestätigt, dass Quereinsteiger, die schon einen Bruch in ihrem Leben hatten und nun als Vorbild für die Jugendlichen gelten können, einen wichtigen Bestandteil der pädagogischen Arbeit im Trainingscamp Lothar Kannenberg darstellen. Sie motivieren zur Anstrengung. (r)

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