Nach dem tödlichen Unfall von Marsberg wird es wohl keine Anklage geben

Kanonenunglück ist keinem der drei Kanoniere eindeutig zuzuordnen

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Nach dem tödlichen Kanonenunglück von Marsberg wurden im Juni vergangenen Jahres schnell die Fahnen eingerollt.

Marsberg. Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat sich nach Abschluss der gutachterlichen Untersuchungen im Zuge des tödlichen Kanonenunglücks in Marsberg erstmals zu den möglichen Ursachen geäußert.

Demnach war die Beladung der beiden explodierten Kanonen falsch. Normalerweise wird neben dem Schwarzpulver als Vorlage Sand verwendet. Maximal 12 Gramm. Doch beim Eröffnungsböller für das Schützenfest in Marsberg sei im vergangenen Juni versehentlich die fünffache Menge verwendet worden.

Der Explosionsdruck ging daher nicht nach vorne durchs Rohr weg, sondern nach hinten über die Pulverkammer. Dabei sind die Metallteile weggeflogen, die den damaligen Schützenkönig tödlich verletzt haben, so die Ergebnisse der amtlichen Untersuchungen. Wahrscheinlich war es die rechte Kanone, das besagt ein Handyvideo, das die Staatsanwaltschaft beschlagnahmen ließ.

Das Video zeigt den Zündvorgang und endet mit einem Schrei. 

 Die Staatsanwaltschaft wird die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung wahrscheinlich einstellen, wenn es nicht noch neue Erkenntnisse zu den Verursachern gibt. Drei Personen kommen in Frage, die mit dem Beladen zu tun hatten.

Doch nach Auskunft der Staatsanwaltschaft haben sich die Beschuldigten zu den Vorwürfen nicht eingelassen. Es lässt sich daher nicht mehr sagen, wer den tödlichen Fehler verursacht hat.

Der Staatsanwaltschaft liegen keine gerichtsverwertbaren Erkenntnisse darüber vor, wer die Kanonen beladen hat. Die Staatsanwaltschaft erwartet keine neuen Angaben mehr zu dem Thema. Mit der sofort nach dem Unglück eingeleiteten Überprüfungen war das Landeskriminalamt befasst. Dort wurden Pulver und Ladung analysiert.

Ebenfalls beteiligt waren das Ingenieurbüro Becke und Schimmelpfennig und ein Professor für Materialprüfung der Uni Bochum. (ah)

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