Schmillinghausen

Kein Ei gleicht dem anderen

- Arolsen-Schmillinghausen (resa). Ein Ausflug in das Frühlings- und Osterbrauchmuseum in Schmillinghausen ist eine Reise in eine andere Welt: Unzählige Exponate laden hier noch bis Sonntag zum Schwelgen ein.

Das große hölzerne Scheunentor braucht nur einen kleinen Stoß, um den Blick in ein besonderes Museum freizugeben. Und kaum hat der neugierige Besucher die Scheunentorschwelle übertreten, beginnt das Staunen. Aus einem alten Bauernhof in Schmillinghausen hat Traute Winkler einen Ort zum Wohlfühlen gezaubert. Die ursprünglich eingestürzte Scheune hat sie vor 17 Jahren wieder aufbauen lassen und damit viel Platz geschaffen für Geschichten, Erinnerungen und Vitrinen. Es ist wohl vor allem das mit viel Liebe ausgebaute Haus, das dem Museum seinen Zauber verleiht. Doch bei genauerem Hinsehen können Kinder und Erwachsene hier viele Schätze entdecken – denn hier gleicht keins der unzähligen Eier dem anderen. Lange bevor Traute Winkler in den kleinen Bad Arolser Stadtteil kam, hatte sie ihre Faszination für Museen entdeckt. Sie hatte Einrichtungen geleitet, Konzepte mit entworfen und wichtige Kontakte geknüpft. Als emsige Ordensfrauen der Museumsleiterin selbst gestaltete Eier aus Rumänien in Deutschland ließen, war eine neue Idee geboren. „Ich wollte eine Ausstellung auf die Beine stellen, die nicht nur an Gebrauchsgegenstände vergangener Zeiten erinnert“, erklärt Traute Winkler, „sondern eine Ausstellung mit Osterbräuchen und österlicher Kunst“. Kaum in Schmillinghausen angekommen, setzte sie diese Idee in die Tat um, kaufte Vitrinen und stellte Eier aus der ganzen Welt aus, ließ die Kunst für sich sprechen und von anderen Kulturen erzählen. „Es hatte doch keinen Sinn, die Dinge immer nur selber anzugucken“, sagt sie. Und so rief sie ihr gleichsam liebevoll wie professionell gestaltetes Museum für Frühlings- und Osterbrauch ins Leben. Bis Sonntag öffnet sie nun noch die großen Scheunentore für Besucher. Und die können in diesem Jahr nicht nur geschnitzte, bemalte, beklebte oder gefärbte Eier aus unzähligen Materialien bestaunen, sondern auch in die Geschichte der Osterbräuche eintauchen. Mit einfachen Skizzen und schönen Exponaten erinnert Traute Winkler an Mysterienspiele des 10. Jahrhunderts, die in dramatischer Form die Leiden Christi nachvollziehbar machen sollten oder an die traditionelle Speisenweihe. Auch österliche Spiele und Tänze oder das Schenken von besonders gefärbten Hühnereiern als Liebeswerbung geraten in Schmillinghausen dieser Tage wieder ins Gedächtnis der Menschen. „Zurückblickend bis ins Mittelalter haben kirchliche und weltliche Bräuche nebeneinander bestanden“, erklärt Traute Winkler den besonderen Teil ihrer aufwendigen Ausstellung.Das Museum für Frühlings- und Osterbrauch hat bis Sonntag täglich von 10 bis 18 Uhr, Ostern von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt: ein Euro.

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