Diemelstadts Lokale Agenda beißt mit ihrem Vorstoß beim Bürgermeister auf Granit

Kein Radweg an Autobahnauffahrt

Die Autobahnbrücke über die Bundesstraße B252 ist als Radweg völlig ungeeignet. Das wurde gestern beim Ortstermin an der Autobahnauffahrt bei Rhoden deutlich.

Diemelstadt-Rhoden - Beflügelt von der Verleihung des Denkmalpreises hat die Lokale Agenda 21 Forderungen zur Aufwertung der Kirchenruine Altrhoden aufgestellt, die in Rhoden beachtliche Wellen geschlagen haben.

Bei einem Ortstermin haben sich gestern Magistrat, Ortsbeirat und Vertreter der Lokalen Agenda vor Ort getroffen, um über die Machbarkeit und Finanzierbarkeit der vorgeschlagenen Projekte zu diskutieren. Konkret ging es zunächst um den Bau eines Rad- und Gehweges, mit dem die Kirchenruine touristisch erschlossen werden könnte. Das Gelände liegt unmittelbar an der Autobahn A 44, was die Möglichkeiten für den Wegebau einschränkt.

Querung zu gefährlich

Während der Magistrat dafür plädiert, die vorhandenen Feldwege und die nächste Autobahnunterführung in Richtung Warburg als Radweg auszuweisen, wünschte sich die Lokale Agenda stattdessen eine Wegeführung näher an der Ortslage Rhoden. Dazu müsste aber die an dieser stelle besonders stark befahrene Bundesstraße B252 überquert werden.

Ein Brückenbau wäre viel zu teuer, waren sich alle beim Ortstermin einig. Aber auch ein Zebrastreifen wäre an dieser Stelle überhaupt nicht denkbar, wie Anita Möller, zuständige Sachbearbeiterin der Straßenverkehrsbehörde beim Landkreis Waldeck-Frankenberg ausführte. Die notwendigen Fußgängerzahlen pro Stunden würden an der Autobahnbrücke niemals erreicht. Außerdem sei diese stark befahrene Kraftfahrstraße außerhalb geschlossener Ortschaft überhaupt nicht für einen Fußgängerüberweg geeignet.

Bürgermeister Elmar Schröder machte außerdem deutlich, dass die Diemelstadt eine Vielzahl anderer Projekte zu finanzieren habe. Allein rund sieben Millionen Euro seien in den kommenden Jahren in den Kanalbau zu investieren. Für derartige Wunschprojekte einzelner Vereine habe die Stadt einfach kein Geld.

Kein Geld für solche Projekte

Kostenträchtige Wünsche müssten zudem mit dem Ortsbeirat abgestimmt werden, der dann im Zweifel auf andere Projekte zu verzichten habe.

Bereits im Vorfeld des Ortstermins hatte der Bürgermeister in einem Schreiben an die Lokale Agenda deutlich gemacht, dass das Engagement für Altrhoden und das Waldarbeitermuseum im Untergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses sehr ehrenwert seien. Angesichts der Vielzahl der städtischen Aufgaben in den übrigen acht Ortsteilen seien die Mittel jedoch sehr begrenzt.

Auch aus Kirchenkreisen wurde nach dem Vorstoß der Lokalen Agenda darauf hingewiesen, dass auch die Kirchengemeinde viele andere Aufgaben wahrzunehmen habe, als die Kirchenruine an der Autobahn touristisch zu erschließen. In diesem Zusammenhang sei der Vorschlag, den dortigen Friedhof wieder in Betrieb zu nehmen schon mehrfach diskutiert und wegen der erheblichen Anfangsinvestitionen für die Wiederinbetriebnahme verworfen worden.

Bleibt das ehrenwerte Ansinnen der Lokalen Agenda 21, das viele Jahrhunderte alte Baudenkmal für die Nachwelt zu erhalten und für die heutigen Zeitgenossen erlebbar zu machen. Erster Stadtrat Dieter Oderwald regte in diesem Zusammenhang an, im Zuge des Diemelradweges einen Abstecher nach Altrhoden auszuweisen. Diese Strecke müsse aber gut ausgeschildert werden. Die Beschilderung sei ein erster wichtiger Schritt zur touristischen Nutzung.

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