Diemelstadt

Kindergottesdienstkreis erkundet jüdischen Friedhof

- Diemelstadt-Rhoden (sim). Auf dem jüdischen Friedhof Rhoden gibt es für Kinderaugen eine Menge zu entdecken. Ungewohnte Schriftzeichen und Kieselsteine, die anstelle von Blumen auf manchem Grabstein liegen, bemerkten die Kindergottesdienstkinder.

Mit Steinen der Erinnerung hatten sich die Kleinen schon im Voraus beschäftigt und den Ausflug mit Pfarrerin Claudia Engler und den Kindergottesdiensthelferinnen vorbereitet. Für fachkundige Erläuterungen stand Heinrich Friele bereit, der an dem Buch über den jüdischen Friedhof mitarbeitet, das derzeit im Ortsverband Diemelstadt des Waldeckischen Geschichtsvereins entsteht. Seit mehr als 200 Jahren stehen die ältesten der mit runden „Himmelsbögen“ oder spitzen Dreiecken gekrönten Grabsteine an Ort und Stelle. Das Friedhofsgelände am „Heidhügel“ war ursprünglich Heidefläche und wurde von der Bevölkerung als Stein- und Sandbruch genutzt, bis das Gelände umfriedet wurde. Insgesamt sind 88 Steine auf dem jüdischen Friedhof zu finden. Neben hebräischen Inschriften und Symbolen wie dem Davidstern zeigen viele der neueren Grabsteine jeweils einseitig auch Gravuren in lateinischer Schrift. Wie Heinrich Friele berichtete, wurde der letzte Rhoder jüdischen Glaubens 1967 auf dem Friedhof beerdigt.

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