Anette Knüppel aus Bad Arolsen berichtet von einer Reise durch Georgien

Kindern eine Freude bereitet

Kinder wurden bei einer Reise von Mitstreitern der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ in Georgien mit Geschenken bedacht. Fotos: pr

Bad Arolsen - Bewegende Momente hat die Bad Arolserin Anette Knüppel in Georgien im Rahmen der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ erlebt.

Mit einer Gruppe von weiteren Sammelstellenleitern aus Leipzig, Hamburg und Stuttgart hatte sie die Reise in den Kaukasus geplant. Als alle auf dem Berliner Flughafen auf den Flug via Istanbul nach Tiflis warteten, stand schon fest, dass sie die eigentliche Verteilung der Päckchen selbst nicht begleiten konnten: Die Ladung konnte von dem an der georgischen Schwarzmeerküste festgemachten Schiff nicht gelöscht und in die jeweiligen Orte gebracht werden. Die winterliche Witterung hatte einen Strich durch die Rechnung gemacht. Inzwischen erfuhr Anette Knüppel, dass die Ladung nun doch in dem Kaukasus-Land auf dem Weg zu den jungen Empfängern sei.

Was sie im Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde am 27. Januar zu erzählen hat, ist allerdings beeindruckend, und mit leeren Händen kamen die Aktionsleiter aus Deutschland auch nicht an: Teddybären, Puppen, aber auch wärmende Mützen und Schals sowie Süßigkeiten hatten die Deutschen mitgebracht. Und die Kinder bedankten auf sehr herzliche Weise.

Die ärmliche Umgebung, in der die georgischen Kinder leben, machte auch deutlich, wie wichtig Unterstützung in der Region ist. Erstaunlich für die Besucher aus dem fernen Deutschland war dennoch die Herzlichkeit und die Gastfreundschaft, die auch sicherstellte, dass es bei Essenseinladungen an nichts mangelte. Die Wohnhäuser, speziell rund um die Hauptstadt Tiflis und auf dem Lande, sind in einem erbärmlichen Zustand und nicht nach den mitteleuropäischen Standards ausgestattet. Auch der Anblick eines Mädchens mit Flip-Flops an den Füßen im Winter hat die Arolserin Knüppel doch ins Grübeln gebracht.

Die Deutschen erlebten auf ihrerer viertägigen Reise auch eine orthodoxe Weihnachtsfeier, die im Rahmen eines Kindergottesdienstes ausgerichtet war. Sie waren zudem zu Gast bei charismatischen und baptistischen Gemeinden, die ihre Versammlungsräume in Wohnungen eingerichtet haben. Aber auch eine prächtige orthodoxe Kathedrale besuchten die Deutschen.

Durch die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ kamen im vergangenen Jahr 512000 Päckchen aus dem deutschsprachigen Raum zusammen, die Tendenz dabei ist steigend. 20000 Kartons waren nach Georgien geschickt worden in zwei Schiffscontainern. Die organisatorischen Aufgaben bei der Verteilung im Land haben im Laufe der Jahre in einem Team Angehörige von kirchlichen Gemeinden zusammengebracht, die normalerweise nichts miteinander zu tun haben und auch so etwas wie Ökumene nicht pflegen. 518 Päckchen sind übrigens aus Bad Arolsen, Volkmarsen, Wrexen und Naumburg zusammengekommen (wir berichteten). Die nächste Aktion findet vom 1. bis 15. November statt.

Alle Bürger sind zu dem Bildervortrag von Anette Knüppel am Dienstag, 27. Januar, um 19.30 Uhr im Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde am Watterweg in Bad Arolsen willkommen.

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