Mühlhausen

Kirchengemeinde Mühlhausen zieht in die renovierte St.Georg-Kirche ein

- Twistetal-Mühlhausen (-es-). Nach grundlegender Renovierung und Auszug der Handwerker soll die Mühlhäuser St.-Georg-Kirche am Sonntag, 4. Oktober, wieder von der Gemeinde bezogen werden. Zum feierlichen Gottesdienst ab 14 Uhr werden auch Dekan Bernd Böttner sowie der Frauen- und der Männerchor erwartet.

Weil die Zahl der Besucher voraussichtlich größer sein wird als der Platz in der Kirche, wollen die Mühlhäuser ein Zelt vor der Kirche aufstellen und den Gottesdienst mit Lautsprechern nach außen übertragen. Nach dem feierlichen Wiedereinzug der Gemeinde sind alle zu einem Fest bei Kaffee und Kuchen eingeladen. „Wir wollen damit allen danken, die mit ihren Geldspenden und unentgeltlichem Arbeitseinsatz zum Gelingen des Projektes beigetragen haben“, erläutert Pfarrer Andreas Bielefeldt und verweist auf die 50 500 Euro, die an Bargeld zusammengetragen und vom Kirchenerhaltungsfonds verdoppelt wurden. Außerdem wurden mehrere hundert Stunden ehrenamtliche Arbeit bei der Kirchenrenovierung geleistet. Die Mühlhäuser halfen beim Ausräumen und Abtragen der alten Bodenplatten. Außerdem stemmten sie Kabelschlitze und strichen die Orgel neu an. Die restlichen Arbeiten wurden jedoch naturgemäß von Fachfirmen ausgeführt, so dass am Ende Rechnungen in Höhe von rund 224 000 Euro zu begleichen sind. Das meiste Geld kommt aus Kirchensteuermitteln. Der alte Putz musste mühsam entfernt werden, weil er den Feuchtigkeitshaushalt im Mauerwerk ungünstig beeinflusst hatte. Der neue Putz wurde nach alten Rezepten und mit alten Techniken aufgetragen und hell gestrichen. Nach der Renovierung präsentiert sich die Kirche auf den ersten Blick sehr puritanisch: Weiße Wände, anstelle der einst sperrigen Kirchenbänke laden nun dezente, dunkelbraune, fast schwarze Stühle zur Teilnahme am Gottesdienst ein. Die Stuhllösung hat Raum geschaffen und eröffnet neue Möglichkeiten für moderne Gottesdienstformen. Man kann im Kreis sitzen oder bei Hochzeiten einen Gang zum Einzug bilden. Die auf den ersten Blick recht kahl wirkenden Wände haben Struktur, die durch die dezente Wandbeleuchtung hervorgehoben wird. So werden Bögen und Gewölbedetails sichtbar. Vor allem aber treten die in den 60er Jahren eingebauten bleiverglasten Fenster nun deutlicher als früher hervor. Besonders leuchtet das blaue Auferstehungsfenster über dem Altar. Im Chorraum dominiert der aus Naturstein gemauerte Altar. Schräg davor wurde nun der kunstvoll aus Sandstein gehauene Taufstein aus dem Jahr 1584 platziert. Hier kommt er besser zur Geltung. Ringsherum findet die Taufgemeinde Platz für eine angemessene Familienfeier. In neuem Glanz präsentiert sich auch die Orgel, die zu Beginn der Bauarbeiten demontiert und generalüberholt wurde. Zurück an ihrem angestammten Platz und neu gestimmt wird sie die Gemeinde klangvoll bei allen Gesängen begleiten. Um rund zwei Meter verkürzt wurde die Orgelem-pore. Dadurch wird der ganze Innenraum geräumiger.

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