Große Nachfrage erfordert erneute Umorganisation

Kita in der Rauchstraße eröffnet die sechste Gruppe

Erzieherin Petra Frese ist eine von drei Kolleginnen, die sich speziell um die Kleinkinder in der Krippengruppe kümmern. Für die teilweise unter einem Jahr jungen Kinder ist eine feste Bezugsperson besonders wichtig. Auf Personalwechsel wird in dieser Gruppe tunlichst verzichtet. Fotos: Schulten

Bad Arolsen. - Einen kleinen Babyboom erlebt Bad Arolsen in jüngster Zeit. Dazu gehört auch, dass der erst im Januar eröffnete Speiseraum in der evangelischen Kindertagesstätte Rauchstraße wieder in einen Gruppenraum umfunktioniert werden musste.

Von Elmar Schulten

Bad Arolsen. Die Nutzungsänderung wurde vom Kreisbauamt nach Erfüllen der Brandschutzauflagen genehmigt, die Betriebserlaubnis entsprechend erweitert: Damit gehören zur Kita in der Rauchstraße jetzt sechs Gruppen mit insgesamt 127 Kindern. Die neuen, zusätzlichen Plätze werden in den nächsten Tagen vergeben.

„Wir hatten eine richtig lange Warteliste. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, den gerade erst in Betrieb genommenen Speiseraum wieder zu opfern. Das Mittagessen müssen die Kinder nun wieder in ihren Gruppenräumen einnehmen. Damit können wir aber vielen Eltern helfen, die dringend einen Krippenplatz für ihre Kleinen suchen.“

Zu den Auflagen bei der Umgestaltung gehört auch, dass die U3-Kinder im Erdgeschoss betreut werden müssen. Die unter Einjährigen spielen jetzt im Raum zur Rauchstraße. Die Stadt Bad Arolsen hat hier kurzfristig den Einbau einer zusätzlichen Außentür ermöglicht. Das beschert kurze Wege vom U3-Spielplatz in den Gruppenraum. Für die kleinkindgerechte Ausstattung des Spielplatzes haben zuletzt die Rotarier ein Piratenschiff in Spieltischhöhe gestiftet.

Zwölf unter Einjährige werden von drei Erzieherinnen betreut. An Spieltischen mit Griffkante lernen sie das Laufen und im direkten Kontakt mit ihren Bezugspersonen auch die ersten Worte.

U3-Betreuung ist eine Herausforderung für alle

Gleich nebenan spielen die Zwei- und Dreijährigen. Die Trennung ist wichtig, damit die Kleinen sich ungestört entwickeln können.

Die professionelle U3-Betreuung ist für viele Eltern enorm wichtig, weil nicht wenige Mütter darauf angewiesen sind, nach der einjährigen Elternzeit wieder arbeiten zu gehen.

Der Zweckverband der evangelischen Kindertagesstätten sieht darin ein große gesellschaftspolitische Aufgabe, wie der zuständige Landauer Pfarrer Christian Rehkate betont. Allerdings bedeute die Umstellung des Kindergarten-Eintrittsalters von bis drei Jahren auf jetzt wenige Monate auch eine gewaltige Herausforderung an die Planung: Bisher wusste man, wann die Kinder in die Kindergärten kamen, und konnte entsprechend planen. Jetzt kann es manchmal ganz schnell gehen. Deshalb auch die kurzfristige Einrichtung der sechsten Gruppe.

Großen Respekt hat er vor der engagierten Arbeit der Erzieherinnen, die mit Herz und Hand, aber auch mit dem nötigen Fachwissen weitergebildet, die Betreuung der Krippenkinder übernehmen. Die Ausstattung im gerade erst umgebauten Kindergarten ist hierzu optimal: Süß anzusehen die kleinen Bettchen und Liegeplätze für die Allerkleinsten.

Der Kindergarten in der Rauchstraße ist einer der größten im Kreisgebiet: „Wir betreuen hier demnächst 127 Kinder mit 17 Erzieherinnen“, fasst Leiterin Heidrun Schaub zusammen und deutet an, wie sehr sich ihr Beruf in den vergangenen 20 Jahren verändert habe. Früher sei es undenkbar gewesen, den Kindern regelmäßig die Windeln zu wechseln. Heute gehöre das selbstverständlich zur Rundumbetreuung dazu.

In enger Absprache mit dem Jugendamt und den Familienbetreuern der Kirche gebe es viele Hilfestellungen. Zwei davon sind das Mittagessen und die Nachmittagsbetreuung von rund 40 Kindern. Bei Bedarf können die Kinder von 7.30 Uhr bis 17 Uhr professionell betreut und versorgt werden. Auch tageweise Sonderregelungen sind möglich. Das erfordert hohe Flexibilität der Erzieherinnen, die in einem moderaten Zwei-Schicht-System arbeiten.

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