Elternvertreter bei Polit-Aschermittwoch im Gespräch mit Staatssekretär

Klagen für längere Abiturvorbereitung

Volkmarsen/Bad Arolsen - Eltern kämpfen für die vorzeitige Rückkehr der neunjährigen gymnasialen Schulzeit für die bestehenden fünften und sechsten Klassen. Am Rande des politischen Aschermittwochs in Volkmarsen begründeten Elternvertreter gegenüber Staatssekretär Mark Weinmeister ihre Forderung.

Volkmarsen/Bad Arolsen (ah9. Kaum ein Thema ist so sehr Spielball ideologischer Diskussionen und von politischen Volten gewesen wie die Schulpolitik in Hessen. Das jüngste Beispiel lieferte die von dieser Landesregierung eingeräumte Rückkehrmöglichkeit zur längeren Gymnasialzeit. An der Christian-Rauch-Schule in Bad Arolsen wurde diese Option genutzt, die bestehenden fünften und sechsten Klassen müssen sich aber noch nach dem G 8-Modell in einer um ein Jahr verkürzten Zeitspanne auf die Reifeprüfung vorbereiten. Kreiselternbeiratsvorsitzende Ulrike Tönges (Edertal-Böhne), Marianne Blume, Vorsitzende des Elternbeirates an der CRS, und ihr Mitstreiter Georg Pollmann (Alte Landesschule Korbach) haben ihre Begründung gegenüber Mark Weinmeister, seines Zeichens Staatssekretär im Umweltministerium im Büro des Hausmeisters der Nordhessenhalle ausführen können. Die der FDP angehörende Kultusministerin Nicola Beer war freilich bei der CDU-Veranstaltung nicht präsent, die Kunst- und Wissenschaftsministerin Antje Kühne-Hörmann (CDU) zog es jedoch vor, rechtzeitig mit der bereits anwesenden Politprominenz im Saal auf die Ministerpräsidenten Volker Bouffier und Horst Seehofer zu warten. In den G 8-Klassen werde immer noch zu viel Wissen in unzureichender Zeit vermittelt, argumentiert Marianne Blume in einem an Weinmeiser ausgehändigten Schreibenan den Ministerpräsidenten. Es sei nicht möglich, die Grundlagen zu vertiefen und alle Schüler mitzunehmen.Die persönliche Entwickung und die Förderung sozialer Kompetenzen blieben auf der Strecke. Der Hinweis der Landesregierung, die Eltern hätten die freie Schulwahl, greift aber nicht, wie die Elternvertreter deutlich machten: In Waldeck-Frakenberg gebe es vier Gymnasien und eine Gesamtschule mit gymnasialen Zweig. Diese seien so weit verstreut, dass es etwa für Eltern aus Volkmarsen unmöglich sei, ihre Kinder jeden Tag nach Willingen zur Uplandschule zu fahren, wo eine vorteilhaftere Schulform angeboten werde. Die Elternvertreter sind mit diesen Forderungen nicht allein: Ulrike Tönges, zugleich Mitglied im Landeselternbeirat, verweist auf mittlerweile 27 000 Unterschriften für die konsequente Umsetzung der G 9-Option. Im Wahljahr 2013 wollen es die Eltern aber nicht bei Appellen belassen, sondern wird schon über eine Klage nachgedacht.Beim anschließenden politischen Aschermittwoch wurden in den Reden von Bouffier und Seehofer nochmals die Grabenkämpfe in der Kultuspolitik deutlich. Dieses spezielle Thema fand jedoch nicht den Eingang in die Reden beim Politspektakel.

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