Kinderkonzert des Volksbildungsrings im Steinernen Saal

Kleine Künstler groß im Schloss

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Der Schulchor der Grundschule Neuer Garten war voller Schwung bei der Sache.

Bad Arolsen - Zum Konzertnachmittag für Kinder von und mit Kindern und Jugendlichen hatte der Volksbildungsring in den Steinernen Saal des Residenzschlosses eingeladen.

Es war ein gelungenes Experiment: Zum ersten Mal standen beim jährlichen „Kinderkonzert“ ausschließlich junge Menschen auf der Bühne, um einer großen Zuhörerschar Ludwig van Beethoven und dessen Kompositionen näherzubringen.

Dass der Meister in seinen letzten Lebensjahren schwerhörig und schließlich taub war, ließ Rainer W. Böttcher schon zu Beginn des Konzerts durchblicken, bevor der künstlerische Leiter der VBR-Konzerte moderierend und Klavier spielend durch das Programm führte.

Temperamentvolle Künstler

Auf die „Suche nach mehr Melodien Beethovens“ durfte sich das Publikum dann aber gemeinsam mit den jungen Nachwuchsmusikern machen, die ihre Instrumentalausbildung an der heimischen Musikschule erhalten.

Stürmischen Applaus gab es für die jungen Pianisten Marcel Ruhl (Helsen), Jenna Wodara (Bad Arolsen) und die 17-jährige Lea Gräbe (Rhoden), die ihre Auftritte allesamt ausdrucksstark, notensicher und mit bewundernswerter Gelassenheit absolvierten.

Noch einen Schritt weiter ging Torben Schott aus Goddelsheim, der Beethovens temperamentvolle „Sturmsonate“ komplett auswendig und ohne Notenblatt auf die Tasten niedersausen ließ. Wie in einem Konzert für die „Großen“ trat anschließend Simone Becker, Studentin an der Musikhochschule Mainz, mit ihrer Violine auf und ließ die „Frühlingssonate“ im Duett mit Pianist Böttcher erklingen.

Nicht nur „trotzige und liebevolle“ Melodien, auch Lieder hat Beethoven geschrieben, die der Chor der Grundschule Neuer Garten unter Leitung von Petra Mies und Anne Kettschau harmonisch anstimmte.

Nach dem „Murmeltierlied“ zeigten die kleinen Sänger überdies, wie sich „Die Wut über den verlorenen Groschen“ in einer lebhaften Choreografie ausdrücken lässt - zum Mitmachen ließ sich auch das Publikum nicht lange bitten.

Schicksals-Sinfonie

Neben bekannten Melodien mit Wiedererkennungseffekt - zur Demonstration schlug Böttcher etwa das „Tatatatam“ der „Schicksals-Sinfonie“ auf dem Klavier an - hat Beethoven auch lustige Stücke geschrieben.

Bestes Beispiel ist „Der König und sein Floh“, das CRS-Musiklehrer Stefan Rohde als eines von mehreren Liedern vortrug. Der Aufforderung Böttchers an die Kinder, in der fürstlichen Ahnengalerie nach dem Floh zu suchen, kamen diese dann auch gerne nach und hielten gespannt Ausschau danach, ob der Maler solch ein Tierchen vielleicht in der wallenden Perücke Georg Friedrichs verewigt hat. Wie im Flug verstrich so die kurzweilige Musikstunde, von der neben vielen neuen Eindrücken auch Beethovens Botschaft „Musik ist mehr als Melodie“ haften blieb.

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