Neuer Leitfaden wird im Kirchenkreis der Twiste diskutiert · 475-jährige Tradition

Konzept für Konfirmandenarbeit

+
Daran werden sie sich auch Jahre später erinnern: Rhoder Konfirmanden bemalen Kerzen für die Illumination zur Adventszeit. Unser Bild zeigt sie zusammen mit der Pfarrerin Claudia Engler. Die Vorbereitung auf die Konfirmation wird derzeit im Kirchenkreis d

Bad Arolsen-Mengeringhausen - Im Kirchenkreis der Twiste wird derzeit beraten, wie Konfirmanden künftig auf die Einsegnung vorbereitet werden sollen. Pfarrerin Claudia Rudolff, Mitglied eines Beirats der Landeskirche, skizzierte in der Synode den Entwurf für ein neues Konzept.

Sie stellte in der Frühjahrsversammlung im Nicolai-Haus Mengeringhausen fest, dass das neue Konzept nicht bis ins Detail vorschreiben soll, was im Konfirmandenunterricht gelehrt und behandelt werden oder wie der Festtag ablaufen soll. Fest steht aber, dass die 1988 verabschiedeten Richtlinien aufgrund der veränderten Lebenssituationen der Jungen und Mädchen reformiert werden. Im kommenden Jahr wird einer 475-jährigen Tradition gedacht, und dann soll das Konzept „stehen“: 1538/39 wurde die Konfirmation in Hessen von dem Reformator Martin Bucer eingeführt und in der Ziegenhainer Zuchtordnung geregelt.

Von dem starren Regelwerk ist der heutige Konfirmandenunterricht weit entfernt. Gleichwohl sollen auch in Zukunft im Rahmen der Konfirmandenzeit die Glaubenstraditionen vermittelt werden. Allerdings will die Kirche verstärkt die Lebenswirklichkeit der jungen Menschen mit einbeziehen. Der Konfirmandenunterricht versteht sich auch als Angelegenheit der gesamten Gemeinde und der Gremien. In einer gesetzlichen Vereinbarung mit dem Land ist sogar an einem Tag in der Woche ein Nachmittag für die entsprechenden Schülerjahrgänge unterrichtsfrei.

Leitfaden

Der neue Entwurf eines Konzeptes für die Konfirmandenarbeit versteht sich als Leitfaden, in dem die Ziele, die verantwortliche Beteiligung der Gemeindegremien, die Berücksichtigung der Lebenswelt der Jugendlichen und ihrer Familien, die Beteiligung Jugendlicher am Gemeindeleben, die Themen, die Verbindung mit der Schule und das Fest der Konfirmation an sich abgehandelt. Schließlich geht es darum, junge Menschen als verantwortungsbewusste Glieder der Gemeinden in das kirchliche Leben einzubeziehen und dabei das Profil der evangelischen Kirche in der Gesellschaft zu schärfen.

Im Herbst will die Kreissynode ihre Anregungen und Bedenken vortragen, dazu wurde ein mit Pfarrern und Laien besetzter Arbeitskreis gebildet. Im November wird der Beirat der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck das Konzept verabschieden. An dem Entwurf hat auch die früherer Dekanin Ariane Vermeil mitgewirkt. Zumindest in den alten Bundesländern sind die Konfirmationszahlen hoch: 90 Prozent der getauften Jugendlichen lassen sich konfirmieren.

Kommentare