Bad Arolser Künstler Ulysses Belz empfängt Mitglieder des Lions-Clubs in seinem Atelier

Kunstmarkt den Spiegel vorgehalten

Dem „Millionsten Besucher“ einer Ausstellung hat der Bad Arolser Künstler Ulysses Belz ein Denkmal gesetzt. Das Werk ist Teil einer ganzen Serie, die sich mit den Protagonisten auf dem modernen Kunstmarkt beschäftigt. Foto: Elmar Schulten

Bad Arolsen - Neben seinen großformatigen Werken zur Neuro-Wissenschaft und filigranen Grafiken bearbeitet der Bad Arolser Künstler Ulysses Belz noch ein drittes, völlig andersartiges Genre: In diesen Werken in Öl auf Leinwand beleuchtet er auf kritisch-ironische Weise den modernen Kunstbetrieb.

In einer Art Vorpremiere hatten Mitglieder des Lions-Clubs Bad Arolsen unter Leitung ihres Präsidenten Christoph Lange die Gelegenheit, die neusten Werke aus dem Atelier von Ulysses Belz noch vor dem Münchner Vernissagen-Publikum zu bestaunen. Belz empfing zusammen mit seiner Frau Sabine die interessierten Gäste in ihrem Haus an der Großen Allee.

Die neue „Produktlinie“ des erfolgreichen Künstlers wendet gewissermaßen die gewohnte Blickrichtung auf das Bild nun in einen Blick aus dem Bild heraus. Gezeigt werden Sammler, Galeristen, Experten, Anleger.

„Der Kunstmarkt hat sich in den vergangenen Jahren gewaltig gewandelt“, verrät der Künstler. Gerade in den Jahren der Finanzkrise hätten immer mehr private, aber auch institutionelle Anleger den Wert der Kunst als krisensichere Anlageform mit hohen Renditeversprechungen für sich entdeckt.

Belz sprach in diesem Zusammenhang von einer „Mutation des Kunstmarktes zu einem reinen Investitionsmarkt. Der Kunstkäufer setze auf Rendite: „Der Kunstmarkt ist heute hoch spekulativ.“

Trends vorausahnen

Die Künstler seien insofern ihren Galeristen ausgeliefert, die per se die Hälfte des Gemäldepreises für sich einstrichen. Gute Galeristen seien dieses Geld aber auch wert, denn nur mit ihrer Hilfe würden die Verbindungen vom Künstler zum Sammler geknüpft. Ein guter Galerist erspüre schon im Voraus, welcher Trend sich langfristig durchsetze, welche Kunst von Wert und Dauer sei. Der Wert der Werke steige mit jeder Ausstellung. Und wenn dann auch noch ein Museum unter den Käufern sei, verstärke sich bei den Sammlern die Überzeugung, eine gute Investition getätigt zu haben. Belz: Dann steigt der Wert exponentiell.

Eine besondere Rolle komme in diesem Kunstbetrieb den Experten zu, die mit ihren Gutachten über Wohl und Wehe des Künstlers entscheiden könnten. Kein Wunder also, dass eines der neuen Werke „Expertise“ heißt.

Ganz aktuell wird auf dem Kunstmarkt das Thema „Restitution“ bewegt. Die Erben von jüdischen Kunstsammlern, die von den Nationalsozialisten enteignet wurden, drängen ebenso wie Museen im Ausland mit Erfolg auf Rückgabe der Raub- und Beutekunst.

Mit diesen Meta-Geschichten rund um die moderne Malerei beschäftigt sich also die zweite, sehr erfolgreiche Produktionslinie des Bad Arolser Künstlers, der seit Jahren sehr gerne mit dem Münchener Galeristen Gunzenhausen zusammenarbeitet.

Ihm ist es wohl auch mit zu verdanken, dass neuerdings zwei Belz-Werke im neu gestalteten Münchener Lenbachhaus zu sehen sind. Seine eigene Position im modernen Kunstmarkt beschreibt Belz so: „Ich stehe für Stetigkeit und das Bemühen, das Beste von mir abzuliefern.“ Jedes Jahr liefert Belz 15 bis 20 Bilder an seinen Münchener Galeristen. Außerdem schafft er pro Jahr fünf bis sieben Grafiken, die über eine Galerie in Wien vertrieben werden.

Derzeit arbeitet der freischaffende Künstler noch an einem lukrativen Sonderauftrag: Eine renommierte Werbeagentur hat für ihre Kunden eine kleine Auflage exklusiver Kupferstiche als Weihnachtsgeschenke bestellt.

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