Land stuft Flüchtlingsunterkünfte in Mengeringhausen als "Passiv-Standort" ein

Millionen-Projekt jetzt Notfallreserve

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Reserve für den Notfall: Land stuft Flüchtlingsunterkünfte in Mengeringhausen als "Passiv-Standort" ein.

Bad Arolsen/ Korbach. Wegen der stark zurückgegangen Flüchtlingszahlen hat das Land entschieden, vorerst nur noch elf statt bisher 19 Hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen weiter zu betreiben. Für den Notfall vorgehalten wird die neu gebaute Unterkunft in Mengeringhausen.

 Die für sechs Millionen Euro in der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne Mengeringhausen errichtete und bisher nicht genutzte Unterkunft mit 528 Plätzen wird als so genannter passiver Standort vorgehalten. Bisher galt die Einrichtung nur als aktiv gestellt.

Von Oktober bis März waren in Mengeringhausen die Stadthalle und die Sporthalle des Kreises für die vorläufige Unterbringung und Betreuung von Asylsuchenden unter Beschlag genommen worden.

Korbach wird aufgegeben

Die bereits passiv gestellte ehemalige Kinderspielhalle La-Le-Lu-Land in Korbach wird ganz aufgegeben. Dort waren Plätze für Flüchtlinge in der Erstaufnahme vorgehalten worden. Insgesamt 21 übergangsweise genutzte Gebäude in Hessen werden nun aufgegeben.

 Neben Bad Arolsen sind nun die Kelley Barracks in Darmstadt, die Fritz-Erler-Kaserne in Fuldatal-Rothwesten, die Ray Barracks in Friedberg, die Hessenkaserne in Stadtallendorf und das Neckermann-Gebäude in Frankfurt als "Passiv-Standorte" eingeplant worden.

Noch elf Standorte

Weiterhin betrieben werden die Unterkünfte auf dem alten Flugplatz Calden, in Kassel-Niederzwehren, Rotenburg, Gießen, Büdingen, Babenhausen, Neustadt, Hanau, Darmstadt und Wiesbaden.

Von den bisher 14 000 Plätzen für Flüchtlinge in Hessen werden nun 5000 so organisiert, dass diese je nach Entwicklung der Flüchtlingsströme als "Aktivreserve zu- oder abgeschaltet werden können", wie es in einer Mitteilung des Landes Hessen dazu heißt. In den sechs "Passiv-Standorten" würden 6000 Plätze vorgehalten, die nach einer festgelegten Vorlaufzeit aktivierbar seien.

 

Obdachlosigkeit vermieden

 In der Flüchtlingskrise 2015 kamen nach Auskunft des hessischen Sozialministers Stefan Grüttner an einem Tag mit Spitzenwerten über 1300 weit mehr Menschen nach Hessen als derzeit in einem Monat. Grüttner betonte: "Damals war es das Gebot der Stunde, mit allen Mitteln Unterkünfte zu schaffen und es ist uns in einer riesigen Gemeinschaftsleistung gelungen, Obdachlosigkeit zu vermeiden, obwohl wir insgesamt in Hessen über 100 000 Menschen registriert und 80 000 Erstantragsteller hatten. Jetzt gilt es, die Kapazitäten maßvoll und verantwortungsbewusst anzupassen."

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