Am Mühlentag öffnet Wasserkunst

In Landau geht es rund

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Die Wasserkunst ist am Mühlentag am Pfingstmontag geöffnet.

Beim Deutschen Mühlentag geht es auch in der Wasserkunst Landau rund. Am Pfingstmontag findet dort ein Tag der offenen Tür statt.

Am Pfingstmontag veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung zusammen mit ihren Landes- und Regionalverbänden den 23. Deutschen Mühlentag. Die im Jahre 1994 ins Leben gerufene bundesweite Veranstaltung hat den Zweck das Interesse der Öffentlichkeit auf die mehr als 2000 Jahre zurückreichende Geschichte der ältesten Kraftmaschinen der Menschheit, die Mühlen, aufmerksam zu machen.

Über 1.800 von Wasser- und Windkraft angetriebene  Mühlen werden am kommenden Montag in Deutschland  zahlreichen Besuchern ihre Türen öffnen und die Bedeutung der unterschiedlichsten Funktionen präsentieren. Mehr als 160 Anwendungsbereiche sind bis heute nachgewiesen. Sie reichen vom Mahlen  von Getreide über das Schleifen von Spiegeln bis zur Papierherstellung.

Angetrieben von einem oberschlächtigen Mühlrad, fördern in Landau  heute noch  zwei historische Kolbenpumpen Trinkwasser in einen Kump auf dem Marktplatz der Bergstadt. Seit 1981 allerdings nicht mehr zur Versorgung der Bevölkerung.

Am Pfingstmontag öffnete die Wasserkunst an der Volkhardinghäuser Straße von 10 bis 16 Uhr ihre Türen für  kostenlosen Führungen.

Die von Meister Bartholomäus Pfeiffer 1535 geschaffene Anlage war neben den Wasserkünsten in Fritzlar  und Frankenberg  die dritte im Bereich Eder/Diemel existierende Wasserkunst. Schon im  Altertum wurden Schöpfräder oder Kannenkünste betrieben. Sie haben aber in Mitteleuropa keine größere Anwendung gefunden, so dass dort die Körperkraft von Mensch und Tier genutzt wurde.

 Erst die Entwicklung wasserkraftgetriebener Schöpfkolbenwerke führte im Mittelalter, zunächst allerdings nur im Bergbau, zu einer nennenswerten Veränderung. Im 14. Jahrhundert entwickelte man dann die ersten Kolbenpumpwerke.

 Die Weiterentwicklung der Kolbenpumpen führte mit der Ventiltechnik zu einem entscheidenden Durchbruch. Von den Wasserhebewerken im Bergbau war es nur noch ein kleiner Schritt zur Wasserversorgung der Städte.

Landau wird als eine der kleinsten Städte zusammen mit Lübeck, Braunschweig, Leipzig oder München in den Listen der im späten Mittelalter entstandenen Anlagen aufgeführt.  Die Landauer Anlage wird durch einen rührigen Förderverein erhalten. Sie   ist bis Ende Oktober immer sonntags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Gruppenführungen sind nach vorheriger Anmeldung unter Telefon 05696/372 oder 263 jederzeit möglich. (r)

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