Bad Arolsen

Lehren für die Zukunft ziehen

- Bad Arolsen (-es-). Die Opfer der Verfolgung und Vernichtung durch die Nationalsozialisten sind nicht vergessen. Das wurde am 71. Jahrestag der so genannten Reichskristallnacht auf dem jüdischen Friedhof deutlich.

Schüler der Christian-Rauch-Schule gestalteten die Gedenkfeier, an der trotz strömenden Regens rund 60 Arolser Bürger aller Altersstufen teilnahmen. Die Schüler berichteten von ihrem Forschungsprojekt über Displaced persons beim Internationalen Suchdienst und vom Schicksal jüdischer Mitbürger aus Bad Arolsen. Bürgermeister Jürgen van der Horst ging in seiner Gedenkansprache auf die systematische Judenverfolgung durch Nationalsozialisten ein und spannte den Bogen bis zur antisemitischen Hetze von heute. Besonders bedenklich sei es, dass es Neonazis immer wieder gelinge, Jugendliche zu ködern, etwa über die Musik oder zunehmend über das Internet. Die neuen Rechten gäben sich zum Teil bieder, andere träten ganz offen gewalttätig auf. Dass antisemitische Delikte begangen werden, sei schon schlimm genug – es sei aber auch zutiefst verstörend, dass antisemitisches Gedankengut nach wie vor bis in die Mitte der Gesellschaft verbreitet sei. Deshalb bedeute das Gedenken heute an die Ereignisse von damals, sich das Leid, den Schmerz und das Grauen der Opfer in Erinnerung zu rufen, damit die nötigen Lehren für die Zukunft gezogen werden.

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