Diskussion in Diemelstadt über neue Straßenlaternen im gesamten Stadtgebiet

Licht noch nicht aufgegangen

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Neue Beleuchtung für Diemelstadt im Blick. In Hesperinghausen hat die Energie Waldeck-Frankenberg eine Teststrecke geschaffen.

Diemelstadt - Die Diemelstädter erproben noch mögliche neue Straßenlaternen - ein Licht ist ihnen aber auch nach der Parlamentssitzung noch nicht aufgegangen.

Das hängt mit der Vielzahl von Angeboten zusammen. Ob Gelb, ob Weiß, ob Kalt oder Warm, die Qualität der Beleuchtung ist höchst unterschiedlich. Die in Lumen gemessene Helligkeit, der Stromverbrauch oder die Wartungshäufigkeit sind harte Faktoren, die wichtig für eine Entscheidung sind. Was bringt es einer so kleinen Kommune, wenn sie ihre über 600 Straßenlaternen gegen LED-Leuchten austauscht, um Strom zu sparen, die Lampen aber mit 440000 Euro zu Buche schlagen?

Teststrecke

Diese Fragen werden derzeit in der Kommunalpolitik und bei den Bürgern diskutiert. Testweise hat die Energie Waldeck-Frankenberg GmbH verschiedene neue Laternen in Hesperinghausen aufstellen lassen. Bei der Stadtverordnetensitzung am Donnerstag in Wrexen hat Dipl.-Ing. Michael Wiechers von der EWF über die Teststrecken informiert - ein Beschluss wurde indessen noch nicht gefasst.

Neben der Installation einer effektiven und angenehmen Beleuchtung ist es das Ziel, Strom- und weitere Betriebskosten zu sparen. Die derzeit 641 Leuchten im Stadtgebiet haben im vergangenen Jahr 143000 Kilowattstunden Strom verbraucht, die Energiekosten bezifferte Wiechers mit 25 000 Euro.

Bei 451 Laternen bestehe Handlungsbedarf, denn nur bis 2015 besitzen diese Quecksilberlampen noch den CE-Prüfstempel. Danach müssen die Laternen zwar nicht abgeschaltet werden. Doch Leuchtmittel seien in Deutschland nicht mehr zu beschaffen, wie der Techniker der EWF deutlich machte. Als Alternativen wurden zu Anschauungszwecken in Anlieger- und Hauptstraßen in Hesperinghausen 14 Laternen aufgestellt: LED-, Metallhalogen- und Natriumdampflampen (letztere mit gelbem Licht).

In Diemelstadt gewünscht wird weißes Licht: Etwa 440000 Euro müssten für „schöne“ LED-Lampen ausgegeben werden, die sich nach über 30 Jahren amortisiert haben. Mit gut 150000 Euro im Anschaffungspreis deutlich billiger wären weiß leuchtende Metallhalogenlampen. Bereits installierte Kompaktleuchtstoffröhren strahlen auch weißes Licht ab.

Die gelbes Licht verbreitenden Natriumdampfleuchten gäbe es noch günstiger, sie rechneten sich in der halben Zeit. Das wärmere Licht wird zwar als dunkler wahrgenommen, ist aber messtechnisch genauso hell wie die Weißlicht-Variante. Zudem sind die Kontraste besser.

Einsparungen

„Das erste, worüber wir sprechen, ist das Geld“, brachte Wilhelm Dietzel (CDU) die Diskussion auf den Punkt. EWF-Experte Wiechers wies darauf hin, dass die Kosten für den Betrieb, die Unterhaltung und den Strom mit ins Kalkül gezogen werden müssten.

Im Gespräch mit der WLZ bekräftigte er, dass die KfW-Bank derzeit günstige Kredite von weit unter einem Prozent Zinsen für technische Umrüstungen bei der Straßenbeleuchtung gewähre. Bis Ende März 2012 konnten Bundesmittel für die Installation einer energieeffizienten Straßenbeleuchtung- beantragt werden. Wesentliche Voraussetzung für die Bewilligung war eine Energieeinsparung von 60 Prozent. Ob es 2013 eine Neuauflage dieses Programms geben wird, ist noch nicht entschieden.

Jürgen Pawelzig (FWG) regte die Bildung eines Arbeitskreises an. Nach Auskunft von Bürgermeister Elmar Schröder soll nun beraten werden, welche Mittel im Etat 2013 bereitgestellt und ob Fördergelder beantragt werden.

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