Kultursommer Bad Arolsen mit Rezitationen von Hanns Zischler

Liebeslust und -leid im Schlosskonzert

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Schwärmerischen Liebesschwüren auf Briefpapier und Notenblatt widmeten sich Bariton Andreas Schmidt, Pianistin Sybille Höhnk und Rezitator Hanns Zischler beim zweiten Schlosskonzert.

Schwärmerischen Liebesschwüren auf Briefpapier und Notenblatt widmeten sich Bariton Andreas Schmidt, Pianistin Sybille Höhnk und Rezitator Hanns Zischler beim zweiten Schlosskonzert.

Liederzyklen aus der Romantik waren das Thema des Abends, den der Volksbildungsring Bad Arolsen in Zusammenarbeit mit dem Kultursommer veranstaltete. Zu hören gab es Beethoven als Vorreiter der romantischen Welle, Robert Schumann als einer ihrer Hauptvertreter und Richard Strauß, der seinen Liederzyklus noch zur Jahrhundertwendezeit im romantischen Stil erschuf. Noch wesentlicher informativer geben die Briefe der Komponisten Aufschluss über deren kleine und große Liebesdramen. Im Konzert übernahm es der bekannte Schauspieler und Dramaturg Hanns Zischler, den Worten Leben einzuhauchen, eine Herausforderung, die Zischler mit Ausdruck, vielsagender Betonung und unterstreichender Gestik glänzend bewältigte. Immerhin galt es, aus Beethovens Briefen nach dessen in einem Rutsch vorgetragenem Liederkreis zu rezitieren, ohne die aus heutiger Sicht arg aufgesetzt wirkenden Passagen ins Lächerliche zu ziehen. Immerhin klingt Beethovens Korrespondenz, in der er seiner Favoritin mit Schwüren wie „Wo ich bin, bist du mit mir“ immer wieder seiner Liebe versichert, wesentlich verhaltener als die von weitgehend lebhaftem Klavierspiel geprägten Lieder. Ungleich kerniger ließen sich die Briefe des Komponisten Richard Strauss an Ehefrau Pauline vernehmen. Mit sichtlichem Genuss und einem Hauch Münchener Schmäh zelebrierte Zischler die unterhaltsamen Mäkeleien des Lied- und Opernkomponisten. (sim)

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