Volkmarsen

Logistikhalle wäre das große Los

- Volkmarsen (-es-). Die Stadt Volkmarsen ist immer noch im Rennen, ein neue strategischer Standort für den VW-Konzern zu werden. Entscheidend ist dabei der Gleisanschluss an das geplante Industriegebiet „Kleine Hagelbreite“.

Die Volkswagen-AG tritt bei Planung und Bau ihres neuen, zusätzlichen Logistikzentrums nicht als Bauherr auf. Vielmehr plant ein Investor für ein großes Speditionsunternehmen, das wiederum eng mit VW zusammenarbeitet. Geplant ist, wie bereits vor den Sommerferien mehrfach berichtet der Bau einer riesigen Halle auf einem 90 000 Quadratmeter großen Grundstück am Ortsausgang in Richtung Wetterburg. Aber es gibt auch noch einen Mitbewerber im Rennen: Die Stadt Borken besitzt ebenfalls ein Industriegrundstück mit Gleisanschluss. Mit Spannung werden daher in den kommenden Wochen die Entscheidungen in Baunatal erwartet. Für Bürgermeister Hartmut Linnekugel steht jedoch fest: „Auch wenn VW nicht kommt, werden wir die planungsrechtlichen Vorbereitungen durchziehen. Solche Industriegrundstücke sind ganz rar in Nordhessen. Das sind die Filetstücke. Wenn wir diesmal nicht zum Zuge, kommen, dann eben beim nächsten Mal. Im Moment jedenfalls drängt die zeit: Wenn die Würfel zugunsten von Volkmarsen fallen, muss alles ganz schnell gehen. Im Frühjahr soll die Halle stehen und in Betrieb gehen. Deshalb hat der Bürgermeister seinen Jahresurlaub verschoben und das beteiligte Planungsbüro Freiraum und Landschaft mit Planer Detlef Schmidt Sonderschichten eingelegt. In Rekordzeit wurden alle möglichen Detailfragen abgearbeitet, so dass planungsrechtlich nun alle Hürden in einem Durchgang genommen werden können. Gutachterlich geprüft wurden zum Beispiel die Fragen der Lärmemissionen, Geruchsbelästigung, Auswirkungen auf das Grundwasser und vieles mehr. Vom Amt für Straßen und Verkehrswesen liegen neue Daten zur Verkehrsentwicklung vor: Besonders interessant: während sich die Verkehrsbelastung auf der Landesstraße von 1995 bis 2000 ständig nach oben bewegte, ist seit dem Jahr 2000 ein Rückgang zu beobachten. Während 2005 noch 6946 Gesamt-Kfz und 493 Lkw in 24 Stunden gezählt wurden, waren es 2010 nur noch 6879 Gesamt-Kfz und 351 Lkw. Das geplante Logistikzentrum würde 70 Groß-Lkw im Zu- und Abfahrtsverkehr verursachen, also lediglich den Zustand von 2005 wieder herstellen. Neue Zahlen gibt es auch bei den voraussichtlichen Beschäftigtenzahlen: Während bisher von rund 50 ausgegangen wurde, heißt es nun, dass VW selbstverständlich von rund 50 pro Schicht, also mal drei rechnet. – Eine Riesenchance für die Stadt und die Region.

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