Einfache Sanierung reicht nicht

TV macht Druck wegen Halle

- Der TV Mühlhausen drängt auf eine baldige Entscheidung für eine umfassende Sanierung der Mehrzweckhalle. Neben dem überregionalen Handballsport weist der Verein auf viele weitere Nutzungen hin, die ohne einen Ausbau gefährdet wären.

In der Gemeindevertretung wird kontrovers über Sanierung oder Erweiterung diskutiert. Die Pläne liegen vor, Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen stehen in Aussicht. Eine Entscheidung soll nach jüngsten Aussagen von Gemeindevertretern so oder so in diesem Jahr fallen. Die Halle sei eine der am besten ausgelasteten in der Region, stellt TV-Vorsitzender Jörg Fingerhut fest. Umso bedauerlicher für den TV, dass die Diskussion über den Ausbau der Halle sich über nunmehr sieben Jahre hinzieht.

Damals hatte der Verein, so Fingerhut, die ersten Ideen zum Umbau der Mehrzweckhalle mit verantwortlichen Politikern sowie Mitarbeitern von Gemeinde und Landkreis besprochen. Nach Absprache mit dem damaligen Bürgermeister wurden eigene Planungen in Auftrag gegeben und auch bezahlt. Nachdem klar wurde, wie kostspielig ein „öffentliches“ Bauvorhaben sein würde, wurde ein Alternativplan ausgearbeitet: So boten die Verantwortlichen des TV Mühlhausen dem Gemeindevorstand und den Fraktionen an, die Trägerschaft der Halle im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrags zu übernehmen.

Bei der Übernahme der Trägerschaft wäre der TV und nicht mehr die Gemeinde der Bauherr. Dadurch würden zusätzliche Fördergelder in hohem sechsstelligen Bereich zugänglich. Nach den vielen Jahren der Planungen, Diskussionen, Abstimmungen und Vertagungen ist jedoch immer noch keine Entscheidung absehbar, wie Fingerhut beklagt. „Da alle Fakten auf dem Tisch liegen, gewinnen die Verantwortlichen des TV den Eindruck, dass man immer wieder mit Bedenken konfrontiert wird, mit denen die Gegner des Projekts Unsicherheit schüren wollen“, erklärt der Vorsitzende.

Immer wieder werde dem Verein vorgeworfen, dass sich eine solche Investition aufgrund des demografischen Wandels in dieser ländlichen Region nicht lohne. Gleichzeitig stelle man sich aber die Frage, unter welchen Vorzeichen dann in Nachbargemeinden neue Hallen, Kindergärten und weitere Großprojekte realisiert werden. Gerade die Handballabteilung mit ihren Stammvereinen TV Mühlhausen, TSV Twiste und TSV Berndorf wirke dem demografischen Wandel mit ihrer guten Jugendarbeit entgegen.Die Abteilung könne auch über die nächsten zehn Jahre hinaus attraktiven Handballsport in Twistetal anbieten.

Die Investitionssumme in Höhe von etwa zwei Millionen Euro sei hoch. In Verbindung mit einer Trägerschaft des TV bestehe aber die Möglichkeit, etwa 600 000 Euro an Zuschüssen und Förderungen zu erhalten. Zudem werde der Verein rund 150 000 Euro an Eigenleistungen, Sach- und Finanzspenden einbringen. Diese Summe sei nicht aus der Luft gegriffen, sondern basiere auf einer vom TV Mühlhausen in Auftrag gegebenen, realistischen Kostenschätzung. Gespräche wurden mit verschiedenen Firmen über Spenden, etwa in Form von Arbeitsmaterial und Geräten, geführt. Ihre langjährige Erfahrung werde die HSG für das Sammeln von Geldbeträgen aus Sponsoring und Spenden nutzen. Der Verein habe alles getan, um die von der Gemeinde Twistetal aufzubringende Summe möglichst weit zu reduzieren. Fingerhut und Schmidt stellen klar, dass die Mühlhäuser Bevölkerung trotz kritischer Stimmen aus dem Ort in Bezug auf die Sanierungs- und Erweiterungspläne einig sei.

Fingerhut: „Den meisten Bürgern ist klar, dass bei dem absolut maroden Zustand der Halle die überregional bekannten Veranstaltungen wie etwa Kirmes, Discoabend, Bierabend, das alle sieben Jahre stattfindende Freischießen und die in der Halle stattfindenden Veranstaltungen der Nachbarorte äußerst gefährdet sind.“ Breite Unterstützung Einen Aus- bzw. Umbau als Sporthalle werde der TV genauso wenig unterstützen wie eine vermeintlich kostengünstige Variante. Diese beinhalte keine Sanierung des Halleninnenraumes. Die Kosten für die Erfüllung des Brandschutzes seien noch nicht in die Berechnung dieser Variante aufgenommen. Diese Aufwendungen machten die vermeintlich billigere Variante unter dem Strich sogar teurer als die vom TV ausgearbeitete Komplettsanierung. (r/ah)

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