Menschen für Mitarbeit in Gemeinde gesucht · Wahlen am 29. September

Mit Maus in Kirchenvorstand

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Bad Arolsen - Die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Bad Arolsen sind am 29. September zur Wahl eines neuen Kirchenvorstandes aufgerufen. Erstmals wird es eine Online-Wahlmöglichkeit geben. Menschen, die die Arbeit in der Gemeinde mitgestalten wollen, sind willkommen.

Zum ersten Mal ist ein Findungsausschuss berufen worden, dessen Mitglieder die Suche nach Kandidaten für die Wahl des aus den beiden Pfarrern und Laien bestehenden Gremiums unterstützen sollen. „Wir wollen, dass Menschen aus der Gemeinde, die nicht in den kirchlichen Gremien und Gruppen tätig sind, selbst Bewerber suchen und vorschlagen“, sagt Pfarrer Uwe Hoos-Vermeil.

Eine weitere Perspektive auf alle gesellschaftlichen Bereiche könne den Findungsprozess bereichern. Die Mitwirkung der Laien bei der Leitung einer Gemeinde sei ein entscheidendes Element der evangelischen Kirche, erklärte Pfarrer Hoos-Vermeil. Gemeinsam mit den auf sechs Jahre brufenen Kirchenvorstehern gestalten die Pfarrer das Leben in der derzeit 3800 Seelen zählenden Gemeinde: Kinder- und Jugendarbeit, Finanzen, Bauvorhaben, Diakonie, Gottesdienste, gemeinsame Veranstaltungen, Konzerte oder die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit zählen zu den vielfältigen Aufgaben, für die Menschen mit ihren Begabungen gesucht werden.

Wählbar ist, wer der Gemeinde angehört und mindestens 18 und noch nicht 70 Jahre alt ist. Gefragt sind Menschen, die das kirchliche Leben mit Ideen und Tatkraft fördern wollen. Wählen dürfen alle über 14-Jährigen. Daher sind vor allem auch junge Leute aufgerufen. Zudem hofft der Kirchenvorstand, dass aus dem Kreis der aus Osteuropa stammenden Gemeindeglieder Personen für die Mitarbeit im Vorstand kandidieren.

Wer sich selbst bewerben möchte, braucht zehn Unterschriften für einen Wahlvorschlag. Im Juni endet die Bewerbungsfrist. Wer sich für eine Mitarbeit interessiert, kann sich bei einem der Pfarrämter melden, Telefon 3337 (Kirchplatz) Derzeit gehören dem Gremium zwölf Laien und die beiden Pfarrer an. Zwei Drittel der Mitglieder wurden gewählt, das übrige Drittel wurde berufen.

Mit der Möglichkeit der Berufung sei sichergestellt, dass auch weniger bekannte Bewerber mit geringeren Chancen bei der Wahl in den Vorstand gelangen, erklärte Hoos-Vermeil das Prozedere. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mit ihren 800 000 wahlberechtigten Gemeindegliedern ist die erste Körperschaft öffentlichen Rechts in Deutschland, die Online-Wahlen ermöglichen wird.

Mit den Unterlagen zur Kirchenvorstandswahl wird eine Pin zugesandt, mit deren Hilfe vom Computer zwischen dem 1. und 22. September gewählt werden kann. Zur Anwendung kommt ein System, das bereits bei Kantonswahlen in der Schweiz mit Erfolg eingesetzt war, wie Pfarrer Hoos-Vermeil berichtet. Daneben werden aber auch die Urnen- und die Briefwahl möglich sein.

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