Bad Arolsen: Kultusministerin besucht Karl-Preising-Schule

Mehr Personal für gute Betreuung

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Bad Arolsen - So große Erleichterung löst ein Ministerbesuch nur selten aus: Kultusministerin Dorothea Henzler hat bei ihrem Besuch in der Karl-Preising-Schule eine baldige Verbesserung der Finanzierung der Förderschulen in privater Trägerschaft angekündigt.

Bad Arolsen. Die beiden Schulleiter Eberhard Eckhardt und Dr. Ursula Braun hatten sich für den Besuch bestens vorbereitet und viele Argumente zusammengetragen, warum das geltende Gesetz zur Finanzierung der Ersatzschulen nach 30 Jahren nicht mehr zeitgemäß sei. Umso überraschter waren die beiden engagierten Sonderpädagogen dann, als sie bemerkten, dass sie bei der zuständigen Ministerin offene Türen einlaufen: Das neue Gesetz sei so weit vorbereitet, dass das Kabinett schon am Montag drüber beschließen könne. Am Dienstag sollen bei einer Pressekonferenz in Wiesbaden alle Details erläutert werden. „Die Karl-Preising-Schule gehört zu den Schulen, die künftig nicht mehr nach Stellen, sondern nach Schülersätzen finanziert wird. Das führt dazu, dass die Förderschule in Bad Arolsen künftig erheblich mehr Mittel erhalten wird“, sagte Henzler gestern im Bathildisheim. Zuvor hatte sich die Ministerin bei einem Rundgang durch die Karl-Preising-Schule und Abstechern in drei ganz unterschiedlichen Klassen von der Heterogenität der Schülerschaft überzeugt. In der Werkstufe werde Kinder mit schwersten Behinderungen betreut und intensiv gefördert, während in der Mittelstufe Kinder und Jugendliche mit geringeren Einschränkungen unterrichtet werden. Im Bereich der Erziehungshilfe betreuen die Sonderpädagogen der Karl-Preising-Schule Schüler mit Störungen in der emotionalen und sozialen Entwicklung. In den vergangenen 20 Jahren habe sich die Zusammensetzung der Schülerschaft völlig verändert, erläuterte Schulleiter Eberhard Eckhardt. Während früher alle im Bathildisheim unterrichteten Schüler an einer mehreren Köperbehinderungen litten, sind heute nur noch 40 Prozent der Schüler körperbehindert. Etwa 25 Prozent machen Sprachheilschüler aus, weitere 25 Prozent sind Schüler im Bereich der Erziehungshilfe. Jedem dieser Bereiche ist nach geltendem Recht eine unterschiedliche Schüler-Lehrer-Relation zugewiesen, was dazu führt, dass sich die Stellenzuweisung aus dem Ministerium in den vergangenen Jahren drastisch verschlechtert hat. Für die Ausbildung von Referendaren schreibt das Institut für Lehrerbildungen Rechnungen, die aber nicht über die Kostenträger der Schule refinanziert werden. Doch mit dieser Regelung soll Ende des Jahres Schluss sein, wie die Ministerin gestern versprach.: „Wir wissen heute dank SAP ganz genau, welche Kosten Schüler heute an den unterschiedlichen Schularten produzieren. Deshalb können wir künftig ganz einfach dafür sorgen, dass Schulen in privater Trägerschaft die gleichen Zuweisungen erhalten wie staatliche Schulen. Davon wird die Karl-Preising-Schule profitieren.“ Sehr interessiert und vertraut mit dem Thema informierte sich die Ministerin gestern auch über den Stand der Inklusion in der Region.Die Karl-Preising-Schule habe sich sehr früh mit in der UN-Behindertenrechts-Konvention niedergelegten Ziel auseinandergesetzt, Kinder mit Behinderungen gemeinsam mit Kindern ohne Behinderungen zu unterrichten, berichtete Eberhard Eckhardt: „Wir hatten schon eine Kooperation mit der Grundschule in Rosenthal, als das im Schulgesetz noch gar nicht vorgesehen war.“ (es)

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