Architekturbüro Müntinga und Puy legt Pläne für künftiges Freizeitgelände vor

Mehr Sandstrand am Twistesee

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So könnte das Strandbad am Twistesee künftig aussehen: Der Sandstrand wird deutlich vergrößert. Die braunen Rechtecke deuten hölzerne Liegeflächen an. Der Seerundweg wird in Richtung Hang verschwenkt.

Bad Arolsen - Das öffentliche Zuschusssystem macht‘s möglich, dass die klamme Stadt Bad Arolsen trotz Aufnahme unter den Kommunalen Rettungsschirm mehr als zwei Millionen Euro in ein neues Strandbad investieren kann und dabei nur rund 120000 Euro Eigenmittel aufbringen muss.

So unverständlich die Finanzierung, so überwältigend und optisch ansprechend sind die Pläne: Vertreter des Architekturbüros Müntinga und Puy, die vor zwei Jahren als Sieger aus dem Architektenwettbewerb hervorgegangen waren, präsentierten am Dienstagabend im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung zum ersten Mal ihre konkretisierten Pläne einer größeren Öffentlichkeit.

Die jetzige Situation am Strandbad sei durch eine starke Begrünung geprägt. Der Blick auf den See sei überwiegend zugewachsen. Liegewiesen unterhalb des Golfplatzes seien nicht mehr als solche zu erkennen.

Um künftig wieder einen echten Strandbadcharakter zu erzielen, wollen die Planer den Sandstrand deutlich vergrößern und dazu den Seerundweg an dieser Stelle umlegen und verschwenken. In den Sandstrand sollen Holzdecks als sandfreie Liegeflächen eingebettet werden.

Jenseits des geschwungenen Seepromenaden-Weges wird das Strandbad-Gebäude an den steilen Hang zum Golfplatz hin eingepasst. Die Rückwand soll in Beton ausgeführt und mit einer „schwarzen Wanne“ vor Feuchtigkeit geschützt werden.

Nach vorne, zum See hin, ist eine leichte Stahlkonstruktion geplant, die im Bereich des Cafés und Kiosks mit einer beweglichen Glasfassade ausgestattet wird. Im Bereich der Toilettenanlagen und Umkleideräume können Metallwände eingezogen werden.

Als Clou für die Belichtung des Innenraumes haben die Planer raffiniert platzierte Oberlichter auf dem Dach vorgesehen.

Allerdings merkten die Baufachleute im Planungsausschuss kritisch an, dass die Archi­tekten­idee, einen Teil des Daches mit Erdreich zu bedecken, durchaus ihre Tücken haben könnte. Die Ausschussmitglieder fürchten langfristig Feuchtigkeitsschäden bei einer solchen Dachlösung.

Bereits eingeplant ist der Vorschlag der Ausschussmitglieder, Sonnenkollektoren für die Warmwasseraufbereitung auf dem Dach zu platzieren.

Das Café mit Gastraum wird rund 50 Quadratmeter groß, die Küche mit Kiosk 20 Quadratmeter. Die vorgelagerte Terrasse wird etwa 140 Quadratmeter groß, die beiden Umkleiden für Männlein und Weiblein sind mit rund 30 Quadratmetern kalkuliert. Hinzu kommen Wickelraum, Behinderten-WC und Einzelankleide. Außerdem ein Raum für Hauswirtschaft und Mülltonnen.

Alles in allem soll das geschwungene Gebäude rund 350 Quadratmeter Nutzfläche plus Terrasse bieten.

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