Bad Arolsen

Mit dem Militär kam die Baugenossenschaft

- Bad Arolsen (-ah-). Die Wohnungsbaugenossenschaft Arolsen feiert ihr 75-jähriges Bestehen.

Gegründet wurde die Genossenschaft am 19. Juli 1935 im damaligen Hotel Zur Post, um Wohnraum für die Soldaten der SS-Verfügungstruppe Germania zu schaffen. So hatte der Kreiswirtschaftsberater der NSDAP im Kreis der Twiste zu der Veranstaltung eingeladen. Errichtet wurden von dieser Baugenossenschaft 15 Häuser mit jeweils zwei großzügig angelegten Wohnungen in der Großn Allee, der Parkstraße, der Jahnstraße und in der Straße Am Tannenkopf. Häuser für die SS Aus der Taufe gehoben wurde die „Gemeinnützige Baugenossenschaft für den Kreis der Twiste“. Als Aufsichtsratvorsitzender wurde der Landrat Fritz Marquardt gewählt. Dem Gremium gehörten ferner der SS-Obersturmbannführer Krüger, Dr. Böning, Dr. Richard Loose, Metzgermeister Hagen und Kaufmann Carl Schröder an. Geschäftsführendes Vorstandsmitglied wurde Rechtsanwalt Gustav Koch, ehrenamtliche Vorstandsmitglieder Bürgermeister Richard Beekmann und Oberregierungsrat Alfred Beermann. Letztere leitete den bis 1942 bestehenden Gemeindezweckverband Waldeck, danach: Waldeckische Domanialverwaltung. Die Domanialverwaltung hält nach wie vor den größten Anteiil an der Genossenschaft mit 198 Anteilen, die Stadt Arolsen ist mit 14 Anteilen an zweiter Stelle dabei. 1935 und 1936 wurden bereits 15 Häuser gebaut. Die für die Angehörigen der Garnison Arolsen bestimmten Wohnungen wurden zu einem erheblichen Teil durch ein Darlehen des Deutschen Reiches finanziert. Die Tätigkeit der Baugenossenschaft war zunächst nur für den Kreis der Twiste gedacht. Infolge des Beitritts der Städte Korbach und Bad Wildungen 1942 sollte der Geschäftsbereich auf den gesamten Landkreis Waldeck ausgedehnt werden. Durch Beschluss der Generalversammlung am 4. Juni 1942 wurde sie in „Gemeinnützige Baugenossenschaft für den Landkreis Waldeck e GmbH in Arolsen“ umbenannt. Wegen des Krieges wurden keine weiteren Gebäude errichtet. Mehr lesen Sie in der gedruckten Ausgabe vom 9. Juni 2010.

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