Massenhausen

Modellbahnausstellung: Da leuchten die Augen

- Bad Arolsen-Massenhausen (sim). Das Kind im Manne dürfte bei der Ausstellung des Waldecker Spielzeugmuseums frohlocken: „175 Jahre Eisenbahnen in Deutschland“ verspricht Entdeckerfreuden für große und kleine Besucher.

Die Entwicklung von Modell- oder Tischeisenbahnen begann Anfang des vorigen Jahrhunderts. Den Miniaturlokomotiven und ihrer 75-jährigen Geschichte ist die Ausstellung gewidmet, die morgen um 14 Uhr ihre Pforten öffnet. Das Spielzeugmuseum präsentiert in seiner Sonderausstellung bis zum 20. Dezember Modell- und Spielbahnen aus der Zeit von 1910 bis 1990. Frühe Uhrwerkbahnen werden ebenso ausführlich gezeigt wie die Vielfalt der elektrischen H0-Modellbahn. Daneben finden auch einfache Spielbahnen wie Bodenläufer und Schiebemodelle Berücksichtigung. Die von Michael Kelm konzipierte Sonderausstellung widmet sich zudem eingehend dem Modellbahnzubehör wie Signalen, Brücken und Bahnhöfen. Historische Kataloge und Prospekte ermöglichen einen umfangreichen Überblick über die Sortimente der Modellbahnhersteller. Darüber hinaus wird an einer großen Märklin-Modelleisenbahnanlage der Spielbetrieb der 50er und 60er Jahre gezeigt. Irmtraud Massenkeil präsentiert technische Zeichnungen aus ihrer Zeit bei der Firma Henschel & Sohn. Als 17-Jährige war die Arolserin 1956 als Lehrling in das Kasseler Unternehmen eingetreten und bis zum Ende ihrer „Henschelzeit“ an der zeichnerischen Arbeit für den Bau der Diesellok V 320 beteiligt. Unter dem Titel „Vom Reißbrett in den Führerstand der V 320 - Technisches Zeichnen im Lokbau“ werden Einblicke in die Konstruktion der größten Diesellokomotive der Deutschen Bundesbahn ermöglicht. Die Eisenbahn-Sonderausstellung sei „ein kleiner Quantensprung in der Vereinsgeschichte“, freute sich Karl Brühne, Vorsitzender des Museums- und Heimatvereins, im Rahmen einer Vorabbesichtigung für Freunde und Förderer des Museums. Als weiterer Grund zum Feiern blickt der Verein in diesem Jahr auf „10 Jahre Spielzeugsammlung in Massenhausen“ zurück. Mit einer kleinen Spielzeugausstellung hatten die Massenhäuser im Jahr 2000 den Kreisentscheid „Kinder im Dorf“ gewonnen, im Jahr darauf den Museumsverein gegründet und ein provisorisches Museum eingerichtet. Dank des agilen Vorstands werde die inzwischen im sanierten Hof Meier untergebrachte Sammlung heute in „moderner museumspädagogischer Form“ präsentiert, lobte Dr. Hartmut Wecker vom Fachdienst Öffentlichkeitsarbeit und Kultur. Zur Unterstützung der Sonderausstellung hatte Wecker einen symbolischen Scheck über 2500 Euro aus Kulturfördermitteln des Landkreises mitgebracht. Auch Bürgermeister Jürgen van der Horst und sein Vorgänger Gerhard Schaller, der sich seinerzeit für die Einrichtung des Museums eingesetzt hatte, ließen sich die „Zeitreise mit der Modelleisenbahn“ nicht entgehen. Die Wirkung der Exponate, darunter eine Märklin „Spur 1“ von 1912 und der „Hogwarts-Express“ aus Harry Potter, ließ dabei nicht lange sich warten. „Das ist schon himmlisch anzusehen“, schwärmte Ortsvorsteher Friedhelm Rudolph, während sich der bekennende Modelleisenbahn-Freund Hartmut Wecker an „erbitterte Diskussionen“ zwischen Märklin- und Fleischmann-Anhängern auf dem Schulhof erinnerte.Öffnungszeiten des Waldecker Spielzeugmuseums sind mittwochs und sonntags von 14 bis 16 Uhr. Erwachsene zahlen 3 Euro, Kinder 1,50 Euro. Informationen unter Telefon 05691/806419.

Ein Video über die Ausstellung im Waldecker Spielzeugmuseum in Massenhausen finden Sie hier

Kommentare