Neue Windkraftanlage entsteht bei Massenhausen

Mutmaßlicher Milan bremst Windmühle aus

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Mit dem Bau des Fundaments für die neue Windkraftanlage bei Massenhausen ist begonnen worden. Die Windmühle soll ab Februar 2017 Strom liefern.

Das Fundament für die einzelne Windkraftanlage am Wald bei Massenhausen wird seit gestern vorbereitet, im Februar 2017 soll der erste Strom geliefert werden.

Allerdings werden die Rotoren wegen einer möglichen Brutstätte eines Milans ausgebremst werden: Vom 1. März bis zum 20. April muss der Betrieb ruhen. Ansonsten dürfen sich die Rotoren drei Jahre lang nur tagsüber bewegen.

Wenn bis zum Ende dieser Periode keine Milan-Brut gesehen wurde, kann die Beschränkung aufgehoben werden, berichtet Friedrich-Wilhem Brühne von der Rotes Land-Massenhausen GmbH und Co. KG, die von sechs Personen aus Neudorf und Kohlgrund getragen wird und auf einem teils privaten, teils stätischem Gelände stehen wird.

 Eigentlich war eine Bürgerbeteiligung vorgesehen, doch wegen der Einschränkungen drohen den Anteilseignern Risiken und den Anbietern Schadensersatzklagen. Ganz kleinbeigeben will die Betreibergesellschaft jedoch nicht und hat offiziell Klage erhoben gegen die Forderungen der Oberen Naturschutzbehörde und des Naturschutzbundes.

Durch eine Wildkamera will Brühne nachwiesen, dass sich kein Milan im angrenzenden Wald ansiedelt. Vor zwei Jahren hat die Gesellschaft ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem keine Brut nachgewiesen wurde, das aber auch von der Naturschutzbehörde nicht anerkannt wird. „Das grenzt an Schikane“, kritisiert Brühne den Umgang mit den Investoren.

Immerhin ist die Genehmigung bereits 2015 erteilt worden, so dass die Betreiber noch nicht den Strom im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens anbieten müssen, sondern die derzeit geltenden Maßstäbe der Einspeisevergütung angewendet werden.

Verzögerungen gab es wegen der vermeintlichen Milan-Brut und durch Lieferengpässe.

Die Nordex 117 mit einer Nabenhöhe von 141 Metern (wie im Windpark Mengeringhausen) leistet maximal 2,4 MW. Ohne die Auflagen durch ein mögliches Milan-Vorkommen könnten 7,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr ins Netz eingespeist werden.

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