Volkmarsen

Naturereignis ist nicht zu stoppen

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- Volkmarsen (-es-). Nach Fertigstellung des Regenrückhaltebeckens bei Ehringen wurden Ende Januar Wiesen zwischen Ehringen und Volkmarsen und die Erpebrücke im Bereich der Landesstraße nach Breuna überflutet.

Beide Ereignisse haben vor allem landwirtschaftliche Anlieger der Erpe verschreckt. In der Nacht der Überflutung kam es zu vielen aufgeregten Telefonanrufen beim Bürgermeister und dem Stauwärter am Regenrückhaltebecken und letztlich auch beim Hessischen Wasserverband Diemel. In der Folge hat sich die CDU-Fraktion im Stadtparlament für eine Klärung der Angelegenheit und für Verbesserungen im Hochwasserschutz eingesetzt. Nach einer schriftlichen Erklärung des Wasserverbands Diemel, der Betreiber des Regenrückhaltebeckens bei Ehringen ist, waren Sprecher von Wasserverband und Regierungspräsidium am Dienstagabend zu einem Gespräch in den Ausschuss für Energie, Stadtentwicklung und Umwelt eingeladen. Nach den Erkenntnissen der Wasserbauexperten wurde der Ablauf des Wassers durch Sedimente im Bachbett der Erpe und im Bereich der Brücke behindert. Gemeinsam mit der zuständigen Straßenmeisterei hat der Wasserverband Diemel das Abräumen der Sedimente im Bereich der Brücke veranlasst. Künftig soll die Sedimenträumung auch häufiger erfolgen. Abhilfe soll außerdem eine Renaturierung des Bachlaufs der Erpe bringen. Altarme sollen geöffnet werden und im Fall von Unwettern mehr Stauraum bieten. Unmissverständlich machten die Experten von Regierungspräsidium und Wasserverband deutlich, dass moderner Hochwasserschutz nicht mehr den Schutz von landwirtschaftlichen Flächen vor Überflutung finanziere. Es gehe einzig und allein um den Schutz von Ortslagen wie der von Ehringen. Schließlich unterstrichen die Wasserbauexperten von Regierungspräsidium und Wasserverband Diemel, dass Hochwasser immer noch Naturereignisse seien, die man nicht verhindern könne. Bestenfalls ließen sich die Auswirkungen lindern. Deshalb sei es ungerechtfertigt, nach einem Hochwasser über die Betreiber von Hochwasserschutzeinrichtungen zu schimpfen. Schuld sei immer noch der Regen.

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