235 Computer bilden Spiel-Wirklichkeit in der Nordhessenhalle

Netzwerk der Spieler

Für die LAN-Party in der Nordhessenhalle vernetzten sich am Wochenende 235 Computerspieler aus halb Europa. Foto: Germann-Gysen

Volkmarsen - Aus ganz Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz kamen die Teilnehmer der großen Computer-LAN-Party in der Nordhessenhalle.

Die vielen kleinen Zelte ließen ein Sommercamp am Stadtbruch vermuten. Doch zur Local-Area-Network-Party - kurz LAN-Party - von Freitag bis Montag hatte eine Gruppe junger Leute eingeladen, und 235 Computerspiel-Fans waren gekommen.

Auf langen Tischreihen hatten die jungen Computer-Spieler ihre Rechner aufgestellt und miteinander vernetzt. Hauptsächlich wurde Dota 2 gespielt, ein Action-Spiel, bei dem der Spieler seinen virtuellen Helden aus der Vogelperspektive bewegt.

Hierbei spielen jeweils fünfköpfige Teams gegeneinander. Ihr Ziel ist es jeweils, das eigene Haus zu schützen und das des Gegners zu zerstören. Dem Geräuschpegel in der Halle nach zu urteilen, hatten die Com-puter-Freaks hierbei großen Spaß.

„LAN-Partys, bei denen die Leute sich in einem großen Raum treffen, um die Computer miteinander zu verkabeln und gemeinsam zu spielen, sind im Zeitalter des schnellen Internets eigentlich nicht mehr nötig. Der Reiz an der Sache ist, dass wir uns real treffen und neben unserem gemeinsamen Hobby, dem Computerspiel, nette Gespräche führen, interessante Leute kennenlernen und neue Freundschaften schließen“, sind sich die Initiatoren der Veranstaltung einig.

Im richtigen Leben sind sie Informatikstudenten, Studenten der Medizin-Informatik und angehende Berufsschullehrer für Wirtschaft und Informatik.

Da sie beruflich noch keinen sicheren Boden unter den Füßen haben, möchten sie allerdings namentlich nicht erwähnt werden. Denn der Begriff „LAN-Party“ hat einen unschönen Beigeschmack in der öffentlichen Wahrnehmung. Oft werden einzelgängerische Computer-Nerds hinter den Bildschirmen vermutet. Doch die Wirklichkeit ist weit harmloser. Die Spieler sind keine Einzelgänger, sondern sehr kommunikativ.

„Diese Halle ist für uns ideal, weil die sanitären Anlagen stimmen und es neben der großen noch eine kleine Halle gibt, wo müde Spieler eine Auszeit nehmen können. Auf Verbesserungsvorschläge der Stadt gehen wir natürlich immer sofort ein. Wir wollen ja wiederkommen. Von den Spielern bekommen wir durchweg ein positives Feedback. Sie freuen sich auf die nächste LAN-Party, wo sie wieder an einem langen Wochenende aus Jux an der Freud‘ ihrem Spieltrieb freien Lauf lassen können.“

Und es wurde nicht nur gespielt. Eine etwa 50-köpfige Abordnung der LAN-Gäste hatte am Samstag das Feuerwehrfest besucht und Kontakte geknüpft. Beim Sommerfest der Feuerwehr organisierten sie einen Eiswagen, der ab Sonntag vor der Nordhessenhalle seine kalten Süßspeisen anbot, und ein Pizzabote freute sich über die vielen Sammelaufträge der bunten Spielgemeinde.

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