Bundesbeauftragte für Kultur und Medien besucht erstmals den Internationalen Suchdienst

Neubau für das Welt-Dokumentenerbe

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Staatsministerin Prof. Monika Grütters (Mitte), informierte sich über die Archivbestände des Internationalen Suchdienstes. Sie wurde empfangen von ITS-Direktorin Floriane Hohenberg (2.v.r.), Archivleiter Dr. Christian Groh (r.), Bürgermeister Jürgen van der Horst (2.v.l.) und dem Vorsitzenden des Internationalen Ausschusses, Dr. Paul Dostert (l.), (Luxemburg).

Bad Arolsen. 71 Jahre nach Kriegsende finanziert der Bund noch immer die Arbeit des Internationalen Suchdienstes ITS mit jährlich 13,5 Millionen Euro. Nun ist ein 6,5 Millionen Euro teurer Neubau zum Schutz der einzigartigen Archivbestände in Planung. Immerhin gehören die mehr als 30 Millionen Dokumente seit 2013 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO.  

Die zuständige Ministerin, Bundesbeauftragte für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters, hat sich gestern erstmals einen Überblick über die Arbeitsweise des Archivs verschafft, das sich seit elf Jahren in einem ständigen Umbauprozess befindet.

Aus dem reinen humanitären Suchdienst mit einem Arbeitsarchiv wird mehr und mehr eine Forschungs- und Dokumentationseinrichtung mit Bildungsauftrag. Gleichzeitig müssen die wertvollen Aktenbestände mit stark säurehaltigem Papier vor dem Verfall bewahrt und für die Nachwelt erhalten bleiben.

Der Bund habe erkannt, dass für die dauerhafte sichere Verwahrung der Original-Dokumente beim Suchdienst andere Räumlichkeiten nötig seien. Ein Neubau (in der Jahnstraße von Bad Arolsen) habe sich als wirtschaftlichste Lösung erwiesen. Eine Auslagerung an einen anderen Ort sei nicht geplant, beruhigte die Ministerin den Bürgermeister.

Nun müsse der Neubau nur noch finanziert werden. Ein erstes Gespräch im Finanzministerium sei positiv verlaufen. Allerdings dämpfte die Ministerin die Hoffnung, dass das Projekt schon bei den jetzt laufenden Haushaltsberatungen berücksichtigt werde. Es könne noch ein weiteres Jahr dauern, bis der Neubau im Bundeshaushalt auftauche, so die Ministerin.

Mehr in der gedruckten WLZ am Dienstag.

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