Verloren gegangene Mitglieder sollen wieder ins Boot geholt werden

Neue Verkehrswacht startet durch

Bad Arolsen - Die Verkehrswacht Bad Arolsen heißt ab sofort "Verkehrswacht Wal­decker Land". Mit der Namensänderung will der Verein alle Verkehrsteilnehmer aus dem Altkreis Waldeck unter einen Hut bringen.

Einstimmig wurde die markante Namens- und Satzungsänderung bei der Jahreshauptversammlung in der Geschäftsstelle beschlossen. Vorausgegangen waren ausführliche Erläuterungen des Vorstands um Claudia Schubert und Dieter Waßmuth, die die augenblickliche Situation der Ortsverkehrswachten im Landkreis schilderten. Nach Auflösung der Verkehrswachten Korbach und Bad Wildungen gibt es unter dem Dach der Kreisverkehrswacht nur noch zwei Vereine: Bad Arolsen mit aktuell 110 Mitgliedern und Frankenberg mit 58 Mitgliedern.

Umfassender Name

Um Schwund und drohender Auflösung entgegenzuwirken, hatte sich die Verkehrswacht Bad Arolsen bereits seit gut fünfzehn Jahren für einen Zusammenschluss starkgemacht - bisher vergeblich. Auch im Südkreis will man eigenständig bleiben: Die Verkehrswacht Frankenberg hat sich inzwischen in "Verkehrswacht Frankenberger Land" umbenannt.

In Arolsen habe man sich für den Namen "Waldecker Land" entschieden, "um Befindlichkeiten von vornherein auszuschalten", wie die Vorsitzende erklärte. Der Vereinssitz bleibt in Bad Arolsen. Ein großes Aufatmen ging durch die Reihen des Vorstands und der Aktiven, als die Satzungsänderung glücklich unter Dach und Fach war.

Sicherheitsnetz beim Kreis

Mit dem neuen Namen hoffen die Verkehrswächter, die "verloren gegangenen Mitglieder" aus Korbach und Bad Wildungen aufzufangen und neue aus dem gesamten Altkreis hinzuzugewinnen. Zudem ist mit der Satzungsänderung auch die Führungsfrage neu geregelt.

Sollte nun der Fall eintreten, dass sich einmal kein Vorsitzender findet, so übernimmt der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht bis zur Neuwahl kommissarisch diese Funktion. Das gleiche gilt für den Vorstand. "Das hätte in Bad Wildungen und Korbach gegriffen", stellte Claudia Schubert fest. Ihrem Stellvertreter Dieter Waßmuth überreichte sie ein Präsent für dessen Einsatz um die paragrafenreiche Satzung.

Die Vorsitzende dankte ihren Vorstandskollegen, Helfern und Sponsoren und erinnerte an den im vergangenen Oktober verstorbenen Ehrenvorsitzenden Fritz Schubert, der sich selbst jahrelang um einen Zusammenschluss der Ortsvereine bemüht hatte.

2600 ehrenamtliche Stunden

Im Herbst hatten die Bad Arolser Verkehrswächter mit vielen Aktionen ihr fünfzigjähriges Bestehen gefeiert. Im Bemühen um mehr Sicherheit auf den Straßen leisteten neunzehn Moderatoren insgesamt 2600 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, angefangen vom DVR-Programm "Kind und Verkehr" und dem "Fahrradführerschein" bis zum Programm "Junge Fahrer" und dem Sicherheitstraining für Pkw- und Motorradfahrer.

Aktionstag am 5. Mai

Rund 2050 Verkehrsteilnehmer wurden in den Kursen und Veranstaltungen erreicht. "Das ist eine große Leistung, mit wenigen so viele Personen zu erreichen", bescheinigte Stadtrat Udo Hoffmann den Verkehrswächtern. Als neuer Baustein im Sicherheitstraining für Zweiradfahrer kommt in diesem Jahr das "Motorradtraining auf der Straße" hinzu. "Die neuesten Verkehrsunfallzahlen zeigen, dass wir gerade hierbei gefragt sind", so Claudia Schubert.

Die Zahl der Verkehrstoten sei 2011 erstmals nach zwanzig Jahren wieder um sieben Prozent gestiegen. "Unfallschwerpunkt ist die Landstraße", machte die Vorsitzende deutlich. Die Hauptzielgruppen der Verkehrswacht seien junge Fahrer und Motorradfahrer. "Rasende" E-Bikes, die neuerdings verstärkt auf den Straßen zu sehen sind, werden im Mittelpunkt einer Veranstaltung am 5. Mai auf dem Kirchplatz stehen. Zu dem Aktionstag für mehr Sicherheit bei "E-Bike, Pedelec, Segway und Co." sind alle Bürger eingeladen.

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