Bad Arolsen

Neuer Garten steht Pate für Bad Arolser Grundschule

- Bad Arolsen (-es-). „Wir haben uns jahrelang schwer getan mit der Namensgebung“, bekennen die Schulleiterinnen Petra Mies und Anne Kettschau: „Wir swollten einen Namen, der zu uns passt und uns nicht nur über eine Straße definieren.“

Dass der „Neue Garten“ aber zugleich auf Straßenname ist, hat historische Gründe: Darauf hat Ilse Nagel, Vorsitzende des Waldeckischen Geschichtsvereins in Bad Arolsen, die Schulleitung aufmerksam gemacht. Das Gelände, auf dem in den 50er Jahren die belgische Siedlung und die belgische Schule entstanden sind, war in der Tat einmal ein Garten. Fürstin Christiane, die nach dem Tod ihres Mannes 1763 die Regentschaft für ihren noch nicht volljährigen Sohn antrat, ließ das „Neue Schloss“, heute Tinnitusklinik, als Witwensitz für sich errichten. Sie träumte von einem „einfachen Leben auf dem Lande“. Der vom Schloss aus Richtung Süden angelegte Garten sollte das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. In terrassenförmiger Abstufung ließ sie auf zwei Dritteln des Geländes einen Gemüse- und Obstgarten anlegen, dessen Wiesen und Weiden sich bis zum Königsberg ausdehnten. Ganz in der Nähe des heutigen Schulstandortes leitete 1783 der Reformpädagoge Christian Carl Andrae in Arolsen eine kleine Privatschule. Diese Schule verfolgte fortschrittliche Erziehungsmethoden, wie sie durch die Gedanken der Aufklärung beflügelt wurden. Fürstin Christiane stand dieser kleinen Bildungseinrichtung sehr positiv gegenüber. Ihr Garten sowie Bücher und das Naturalienkabinett standen Lehrer Andrae und seinen Schülern zur Verfügung. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Garten ein Neubaugebiet für die belgischen Nato-Soldaten und ihre Familien. Als die Belgier 1992 abzogen, wurde auch die Schule aufgegeben und 1997 nach behutsamen Umbau zur Grundschule Bad Arolsen. Seit dieser Zeit sucht die Schule einen Namen, der zu ihr passt. Der Hinweis auf den Garten sei vieldeutig und treffend, meinen die Lehrerinnen. „Wir möchten in die Kinder etwas hineinpflanzen, was später einmal Früchte trägt“, bringt es Petra Mies auf den Punkt. Kein Wunder, dass im nächsten Frühjahr ein Schulgarten angelegt werden soll. Ein Apfel, Birn- und Kirschbaum seien schon da. Nun plane man noch eine Kräuterspirale und eine Hecke mit Beerensträucher. Der engagierte Schulelternbeirat habe viele gute Ideen.

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