30 Jahre eine Welt-Gruppe Bad Arolsen

Von Nicaragua nach Nepal

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Eine Fair Trade-Stadt Bad Arolsen hat sich die Eine Welt-Gruppe Bad Arolsen als Ziel gesetzt, v.l.: Karin Erxmeyer, Dr. Harald Ise, Stadtrat Udo Jost, Paul Jäger und Beatrix Broeker. 

 Eine beachtliche Bilanz zog Vorsitzender Dr. Harald Ise nach 30 Jahren Eine Welt-Gruppe Bad Arolsen in einer Feier im BAC-Theater.

Im Juni 1985 von engagierten Bürger gegründet, wendete sich die Gruppe zunächst Projekten zu, die der aus Schmillinghausen stammende Entwicklungshelfer Hans-Wilhelm Grebe betreute.

Das Spektrum reichte von der Lieferung gespendeter Nähmaschinen, der Ausbildung vor Ort unter Regie des Mitglieds Paul Jäger, bis hin zur Förderung ressourcensparender Holzöfen und dem ökologischen Landbau.

Rollstühle wurden nach Tansania geliefert, und seit 2002 wird die Women’s Foundation in Nepal gefördert, die die Entwicklungshelferin Martina Göbel aus Nieder-Schleidern vermittelt hatte. Sie selbst gratulierte in einem Brief aus Katmandu zum Jubiläum.

Beachtlich war die Spendenbereitschaft im vorigen Jahr: Insgesamt 27 000 Euro wurden aus dem Arolser Raum für Hilfsaktionen nach den schweren Erdbeben in dem Himalaya-Staat gespendet. Zudem wurden Stipendien für Studenten in Chile gefördert, wo Harald Ise eine Zeitlang als Arzt für den Entwicklungsdienst im Einsatz war.

 In einem Theaterstück, mit Vorträgen, Diskussionen, Ausstellungen und weiteren Aktionen warben die Vereinsmitglieder um Unterstützung der Bemühungen, „eine Brücke zu den armen Ländern zu bauen“, so Ise. Ziel sei es, Selbsthilfe und den Aufbau eigener Existenzen aufzubauen, wobei soziale, ökologische und demokratische Initiativen gefördert werden.

In der öffentlichen Wahrnehmung sei die Eine Welt-Gruppe ein eher exotischer Verein, der sich für die Dritte Welt stark mache, sagte Stadtrat Udo Jost. Dabei mache die Gruppe auf schlechte Lebensbedingungen und unfaire Vergütung von Arbeit aufmerksam. Ein Problem, dass derzeit die Milchbauern einhole, deren Erzeugnisse nicht nur wegen der Überschussproduktion, sondern auch wegen Knebelverträgen des Handels viel zu niedrige Preise erzielten. Leistung müsse anständig bezahlt werden.

 Die Feier wurde von einer Jazzcombo umrahmt, außerdem gab es neben einem Buffet einen Stand mit fair gehandelten Produkten, wie er im katholischen Pfarrheim und im Bernhard- von-Haller-Haus betrieben wird. 

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