Bathildisheim-Aktion im Bad Arolser Herkules-Markt zum Tag der Inklusion

Nicht bloß am Rand, sondern mittendrin

Der Schülerchor der Karl-Preising-Schule trat mit der Gitarrenbegleitung seines Leiters Dominic Schneider beim „Tag der Inklusion“ auf. Foto: Sandra Simshäuser

Bad Arolsen - Buchstäblich „mittendrin“ hatte sich das Bathildisheim zum „Tag der Inklusion“ im Eingangsbereich des Bad Arolser Herkules-Marktes postiert.

Damit fand der Aktionstag im Rahmen des europäischen Tages für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen alles andere als im stillen Kämmerlein statt. Wer gestern Mittag einkaufen wollte, musste sich erst mal durch Dutzende von Zuhörern und Akteure, viele davon im Rollstuhl, vorarbeiten. „Bunte Vielfalt - wir machen das gemeinsam“ lautete passend das Motto.

Dass der kleine Hindernislauf ganz im Sinne der Beteiligten war, machte Christian Geyer, fachlicher Vorstand des Bathildisheims, deutlich. „Mit unseren Aktionen sind wir wortwörtlich mitten im Weg, um für die Rechte der Menschen mit Behinderungen zu protestieren“, stellte Geyer fest. Er begrüßte, dass der Protesttag vor Ort zum ersten Mal in dieser Form durchgeführt werde. „Das zeigt, dass wir in Bad Arolsen schon viel erreicht haben“, sagte Geyer.

Behinderung werde heute als „soziale Konstruktion“ verstanden, die durch Sichtweisen und Einstellungen auf den Einzelnen definiert werde. Letztendlich, so Geyer, könne Inklusion aber nur gelingen, wenn es ein Bundesteilhabegesetz gebe, das Menschen mit Behinderungen den Weg aus der Sozialhilfe heraus ermögliche. „Wir stehen vor einer großen Aufgabe, als Gesellschaft umzudenken“, bekräftigte der Bathildisheim-Vorstand. In der Einrichtung habe man „schon viel erreicht, aber noch viel vor“.

Die Grüße der Kreisgremien übermittelte Monika Svoboda in Vertretung des Landrats. „Ich hoffe, dass irgendwann der Tag kommt, wo wir sagen: Es ist normal, verschieden sein“, erklärte die Kreisbeigeordnete. In Einrichtungen wie dem Bathildisheim werde Inklusion in der Tat schon gelebt. Diesen Bedarf habe man auch in der Residenzstadt schon lange erkannt, wie Bürgermeister Jürgen van der Horst ergänzte. „Ich freue mich, dass Bad Arolsen mittendrin in diesem Thema sein darf.“

Auch die Passanten hatten reichlich Gelegenheit, sich zu beteiligen: bei Mitmachspielen der Karl-Preising-Schule und des Schülerinternats, einem Film und einer Märchenlesung im Bad Arolser Diakoniezentrum. Die Aktion für behinderte Menschen war mit einem Infostand präsent. Für die Musik sorgten der Schülerchor der Karl-Preising-Schule und die Trommelgruppe, die am Nachmittag noch einmal lautstark und unüberhörbar für die Rechte der Behinderten trommelte.

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