Im Atelier des Künstlers Dieter Blum gibt es immer eine Menge zu entdecken

Von Obama-Jubel und Euro-Krise

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Da ist der Wurm drin, lautet der Titel dieser Metall-Installation von Dieter Blum.

Bad Arolsen - Mal politisch, mal philosophisch, dann wieder religiös motiviert - das sind die Werke von Dieter Blum. Der Künstler aus der Mannelstraße ist vor allem eines: sehr fantasievoll und unglaublich vielseitig.

„Da ist der Wurm drin“, lautet der Titel seiner neuesten großen Edelstahl-Installation: Sie zeigt einen überdimensionalen Apfel auf dem Dach seines Ateliers Caleidos. Mittendrin ein riesiger Wurm. Seine Gedanken zum wurmstichigen Äpfelchen hat der 76-jährige Künstler auch zu Papier gebracht, damit Besucher seiner Galerie das ganze Kunstwerk erfassen können.

Die Sache mit dem „Wurm drin“ hat offenbar schon beim Schweißen der vielen Hundert Metallplatten begonnen, als ein Ersatzteil fehlte.

Dann kamen dem Künstler bei seiner Arbeit die aktuellen Schlagzeilen in den Kopf, von den Bankern und Finanzjongleuren, von den Manager-Boni und sinkenden Renten. Daher sein Fazit: Da ist der Wurm drin.“

Zum gleichen Thema passt Blums „Bad Bank“ im Garten hinter dem Atelier: Hier können sich die Opfer der Bankenkrise niederlassen und über Konzepte, Ideen, Lösungen schwadronieren.

Der Fantasie freien Lauf

Die Finanzprobleme Griechenlands haben Blum zum Bau eines modernen Denkmals für die griechische Göttin Athene inspiriert. Auch sie steht unter einem Schutzschirm aus glänzendem Edelstahl und trägt einen Schild im Euro-Design.

Dieter Blum wäre nicht Dieter Blum, wenn er nicht gleichzeitig an mehreren Projekten arbeiten würde: Im Alten Testament fand er die Geschichte des Tobias, der das Vermächtnis seines erblindeten Vaters erfüllen will und einen Schatz zur Rettung der Israeliten durch die Wüste bringen soll.

Über die Beschwerlichkeiten dieser Reise schweigt die Bibel. Und genau hier setzt des Künstlers Fantasie ein. Auf über Hundert DIN-A4-Seiten hat Blum eine abenteuerliche Reise durch orientalische Landschaften und Städte aufgeschrieben. Szenen dieses Abenteuers hat er in zwei Dutzend Aquarellen auf Papier gebannt. Bilder und Text sollen demnächst in Buchform zusammengeführt werden.

Parallel dazu arbeitet Blum an großflächigen Wanddekorationen für das Dorfgemeinschaftshaus.

Die US-Präsidentschaftswahl hat den Künstler zu einer Fortentwicklung der Obama-Collage inspiriert. Bei der ersten Wahl Obamas hat Blum den frisch gewählten Präsidenten in eine jubelnde Menge mehr oder weniger prominenter Gesichter gestellt. „Yes, we can“ lautete damals die hoffnungsvolle Botschaft.

In dem Maße, in dem Obama von der widerspenstigen politischen Wirklichkeit eingeholt wurde, hat sich auch die Stimmung seiner Anhänger verändert. Das versucht Blum einzufangen und auf seine Weise wiederzugeben.

All das und vieles mehr gibt es bei einem Besuch im Atelier Caleidos an der Mannelstraße zu entdecken. Das Atelier ist tagsüber geöffnet und kann kostenlos besichtigt werden. Der Künstler freut sich über interessierte Besucher.

Am Freitag, 30. November, laden Winnie und Dieter Blum ab 19 Uhr zu einer Lesung aus ihren Geschichten und Gedichten ins Atelier Caleidos in die Mannelstraße ein.

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