Bad Arolsen

Offene Liste informiert sich in Wolfhagen über kommunales Energiekonzept

- Wolfhagen/Bad rolsen. Wolfhagen hat sein Stromnetz von der Eon zurückgekauft und nimmt die Verantwortung für seine Stromversorgung seit 2005 selbst in die Hand. Mitglieder und Vertreter der Offenen Liste (OL) Bad Arolsen aus Stadtparlament und Magistrat besichtigten die Wolfhager Stadtwerke und diskutierten einen Abend lang mit dem sehr engagierten Chef der Wolfhager Stadtwerke, Martin Rühl, über die gemachten Erfahrungen bei der Rekommunalisierung des Netzbetriebes, die weiteren Pläne und Projekte. Der Diplom-Ingenieur Rühl ist ein engagierter Verfechter einer ökologischen und kommunalen Energieversorgung.

Aus seiner Sicht gehören die Stromnetze als Schlüssel für die eigene Gestaltung der wirtschaftlichen Entwicklung einer Kommune in die Hand der Stadt. Erste Erfolge dieser Politik haben sich durch erfolgreiche Ansiedlung von neuen Unternehmen in Wolfhagen schon eingestellt. Wolfhagen hat viel Know-how gewonnen und man kann die Wolfhager Stadtwerke mit Fug und Recht als den kommunalen Vorreiter bei der Rekommunalisierung der Energieversorgung bezeichnen. Auf Nachfrage von Stadtrat Jürgen Iske berichtete Rühl, dass Wolfhagen den Rückkauf der Netze bereits in den nächsten drei bis vier Jahren wirtschaftlich verdaut haben werde. Wolfhagen will bis 2015 den eigenen Strombedarf vollständig aus erneuerbaren Energien gewinnen. Ein wesentlicher Baustein dieser Strategie ist dabei ein Windpark mit fünf hochmodernen Windrädern, die insgesamt 26 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzeugen sollen. Das ist mehr Strom als alle Wolfhager Haushalte verbrauchen (aktuell 18 Mio. Kwh) und bedeutet eine Ersparnis von 15 000 Tonnen Kohlendioxid gegenüber einer konventionellen Erzeugung des Stromes. Sogar der Bedarf an Gewerbestrom kann damit teilweise bedient werden. Windenergie ist für Rühl inzwischen neben der Wasserkraft die innovativste und wirtschaftlichste Lösung, saubere Energie zu erzeugen. Der Klimawandel und seine verheerenden Folgen zählen zu den großen Herausforderungen.

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