MdL Ernst-Ewald Roth besucht Unterkunft im BBW

Offenheit für Flüchtlinge

Bad Arolsen - Eine große Hilfsbereitschaft Flüchtlingen gegenüber verzeichnet der Landtagsabgeordnete Ernst-Ewald Roth. An Heiligabend besuchte er die Flüchtlinge im Berufsbildungswerk Bad Arolsen.

24 Asylbewerber aus Somalia und Afghanistan sind vom Landkreis Waldeck-Frankenberg derzeit in Wohnbereichen des BBW untergebracht. Weitere 69 Flüchtlinge aus Äthiopien, dem Iran, dem Irak, Albanien, Algerien, Syrien und Serbien leben im Rahmen der Erstaufnahme dort. Der Schwerpunkt liegt bei Familien, die in eigenen abgeschlossenen Wohnräumen leben können. Derzeit sind es allein 34 Kinder. Im Wohndorf des BBW sind im Septenber 2012 die ersten Flüchtlinge aus der völlig überfüllten Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen aufgenommen worden. Bis längstens Januar 2013 sollten leerstehende Wohnbereiche des BBW belegt sein. Doch der Druck nahm so stark zu, dass mittlerweile für 2015 zwischen dem Bathildisheim als Träger des BBW und dem Land Hessen ein Vertrag über die Bereitstellung des Wohndorfes abgeschlossen wurde. Dort leben nun Flüchtlinge und Auszubildende als Nachbarn. Im Flüchtlingsbereich ist ein stetes Kommen und Gehen. Die Aufenthaltsdauer beträgt im allgemeinen zwei bis vier Wochen, manchmal aber auch drei Monate. Die aktuelle Zahl der Menschen im Stadium der Erstaufnahme in ganz Hessen bezifferte Roth mit derzeit 3500 Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern in ganz Hessen. In diesen Tagen ist das Erstaufnahme-Lager in Gießen bereit für 1000 Zugänge, so MdL Roth. Wenn es mehr werden, müssen beheizte Zelte als Notunterkünfte bereitgestellt werden. Im BBW werden schwerpunktmäßig Familien untergebracht, wie Hannelore Ludwig, Leiterin der Unterkunft im BBW, berichtet. Das Zusammenleben gestaltet sich überwiegend als reibungslos, wie Hannelore Ludwig berichtet. Die Verständigung funktioniert „mit dem Herzen, mit Händen und Füßen“, berichtet sie. Allerdings erleichtern auch Englischkenntnisse bei Flüchtlingen die Verständigung. Die ärztliche Versorgung sei mitunter schwierig, wenn gerade die erforderliche Bescheinigung der Behörde nicht vorliegt. Ausgesprochene psychologische Betreuung von traumatisierten Menschen gibt es nicht. Viele der Familienangehörigen sind auf unterschiedlichen Wegen getrennt nach Deutschland gelangt, Schlepper und Schleuser ermöglichen oft die Flucht. In den Flüchtlingsunterkünften kommen die Angehörigen dann das erste Mal wieder zusammen. Im BBW kümmern sich auch ehrenamtliche Kräfte um die Flüchtlinge: Schüler der Kaulbach-Schule etwa (wir berichteten) oder eine pensionierte Lehrerin, die Deutschuntericht erteilt. Außerdem verzeichnet Hannelore Ludwig eine hohe Spendenbereitschaft. Neben Kleidung für die kalte Jahreszeit wird immer Spielzeug benötigt. „Wir brauchen Menschen, die Zeit mitbringen“, erklären sie und der BBW-Mitarbeiter Harald Saure. Es ist die Hilfsbereitschaft, die Roth zuversichtlich stimmen. In den 90er Jahren sei die öffentliche Diskussion noch von dem Satz „Das Boot ist voll!“ geprägt gewesen. Doch Sorgen bereiten den SPD-Landtagsabgeordneten Demonstrationen in Kassel und Dresden gegen eine vermeintliche Überfremdung der Bundesrepublik. Der als Theologe ausgebildete Parlamentarier ist Sprecher für Integration und Asylpolitik und kümmert sich im Petitionsausschuss und in der Härtefallkommission um Asylsuchende, denen eine Abschiebung bevorsteht. Momentan sind Abschiebungen aber ausgesetzt. Zudem sind die Regelungen für den Aufenthalt und die Beschäftigung von Asylbewerbern gelockert worden.Gemeinsam mt Bathildisheim-Vorstand Christian Geyer und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Helmut Hausmann besichtigte er die Unterkunft und stiftet Obst für die Flüchtlinge.(ah)

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