Vor 15 Jahren fasste das Arolser Stadtparlament einen weitreichenden Beschluss

Ohne Barrieren durch die Stadt

15 Jahre Barrierefreies Leben in Bad Arolsen (BLiBA). Links Oberst a.D. Jürgen Damm. In der Mitte Günter Pohlmann, Gerhard Schaller, Bürgermeister van der Horst umringt von engagierten Schülern und Lehrern der Karl-Preising-Schule. Foto: Elmar Schulten

Bad Arolsen - Abgesenkte Bürgersteige. Rampen, die Treppen überwinden. Weiße Markierungen, die vor Stufen warnen. All das sind die sichtbaren Hilfen, die ein „Barrierefreies leben in Bad Arolsen“ (BLiBA) ermöglichen.

Mit einer Feierstunde im Bürgerhaus hat der Magistrat gestern an den weitreichenden Beschluss des Stadtparlamentes vor 15 Jahren erinnert, der festlegt, dass bei allen städtischen Bauprojekten an Barrierefreiheit gedacht wird.

Davon profitieren Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen und Senioren mit Rollatoren gleichermaßen. Barrierefreiheit ist inzwischen zu einem echten Qualitätssiegel im Wettbewerb der Kommunen geworden.

Bürgermeister Jürgen an der Horst würdigte gestern seinen Amtsvorgänger Gerhard Schaller, der zusammen mit Oberst a.D. Jürgen Damm den Anstoß zu der Aktion gegeben hat, die Bad Arolsen seitdem grundlegend verändert hat.

Als erstes räumten Schaller und Damm vor 15 Jahren einen Fahrradständer vor dem Rathaus zur Seite, weil der den Zugang von Rollstuhlfahrern zur Rathausklingel versperrte.

Das Rathaus selber ist wegen seines historischen Treppenhauses bis heute nicht barrierefrei. Dafür aber wurden viele städtische Büros mit Publikumsverkehr in das neue Bürgerbüro an der Großen Allee ausgelagert. Dort gibt es auch einen Aufzug.

Ganz wichtig war seinerzeit das Absenken der Bürgersteige rund um das Bathildisheim, „denn niemand hatte bis dahin gemerkt, dass die Rollstuhlfahrer in der Bathildisstraße täglich mit den hohen Bordsteinkanten zu kämpfen hatten“, erinnerte Oberst. a.D. Damm.

Vier Schülerprojekte der Karl-Preising-Schule dokumentierten in den darauf folgenden Jahren immer wieder den Fortschritt,d er in Sachen Barrierefreiheit erreicht wurde und zeigten auf, wo es weiteren Handlungsbedarf gab.

Das Strandbad als jüngstes städtisches Großprojekt sei mit seinem barreirefreien Seezugang vorbildlich, lobte Damm. Zugleich aber bedauerte er, dass der Serpentinenweg am Seeufer ende und keine Eisntiegshilfe ins Wasser biete. Hier können noch nachgebessert werden, so der Oberst a.D..

Damm dankte allen, die in den vergangenen Jahren ihren Beitrag zur Barrierefreiheit geleistet haben und rief dazu auf, in den Bemühungen nicht nachzulassen. Besonders lobte Damm die „Wanderbaustelle“ mit Schülern der Karl-Preising-Schule, die in den vergangenen Tagen Markierungen in der Stadt anbrachten. Applaus gab es für die flotte KPS-Schulband.

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