Landauer Windkraft-Konzept gilt als vorbildlich – Bergstadt profitiert

Ortsbeirat unterstützt Stadtwald-Pläne

Bad Arolsen-Landau - Das Signal beim Thema Windkraft in Landau ist eindeutig: Der Ortsbeirat befürwortet den Verzicht auf Änderung des Flächennutzungsplans wie auch das Vorhaben, zwei bis vier Windmühlen im Stadtwald zu errichten. Das Konzept des Pools in Landau gilt inzwischen als vorbildlich.

Der Pool, dem rund 70 Landbesitzer angehören, hat vor wenigen Tagen einstimmig beschlossen, jährlich einen festen Betrag aus dem Pachterlös von Windkraftanlagen der Bergstadt Landau zur Verfügung zu stellen. Hier sind die Planungen schon so weit gediehen, dass in Kürze einen Bauantrag für das Gebiet beiderseits der B 450 Richtung Wolfhagen gestellt werden kann.

Mit dem Vorhaben, im angrenzenden Stadtwald weitere Mühlen zu errichten, springe die Stadt auf den fahrenden Zug auf, sagte Gunthard Ohm im „Ratskeller“ vor fünf Zuhörern. Hier Synergieeffekte zu nutzen, komme dem Poolverständnis entgegen, so dass Transparenz und gute Zusammenarbeit mit der Stadt und dem gemeinsamen Investor zu erwarten seien.

Darum sei es auch nur folgerichtig, auf die Änderung des Flächennutzungsplans zu verzichten. Hier könne die Stadt Aufwand und Kosten sparen, da das Gebiet als Windvorrangfläche inzwischen in den Entwurf des neuen Regionalplans aufgenommen ist.

Mit fünf Ja-Stimmen und einer Enthaltung empfahl der Ortsbeirat darum, den Aufstellungsbeschluss aufzuheben.

Werner Schäfer forderte, dass für den Stadtwald dieselben Genehmigungs-Kriterien gelten müssten wie für die Offenlandfläche des Pools - von Abständen zur Wohnbebauung bis hin zu naturschutzrechtlichen Gutachten.

Eine Win-Win-Situation, wie sie das Pool-Konzept sowohl für die Grundbesitzer als auch für den Ort verspricht, wäre auch für Mühlen im Stadtwald wünschenswert, so der Konsens im Ortsbeirat. Dietmar Danapel, der den Magistrat vertrat, lobte das Landauer Pool-Konzept als vorbildlich und signalisierte Offenheit, sich an diesem Modell zu orientieren. Ortsvorsteher Jürgen Mewes betonte, dass Landau hier gerne eine Vorreiterrolle übernehme und lobte die Arbeit, die im Pool geleistet worden ist.

Gunthard Ohm betonte noch einmal die Besonderheit: „Der Pool-Gedanke war von Anfang an, dass wir viele Landauer mitnehmen wollten und dass viele davon profitieren sollten.“ Dass jetzt jeder Beteiligte von seinem persönlichen Gewinn jährlich einen unveränderbaren Betrag zugunsten der Bergstadt abgeben wolle - unabhängig vom Windertrag -, das sei in der Tat ein ungewöhnliches Modell.

Ergebnis: Der Ortsbeirat unterstützt mit fünf Ja-Stimmen und einer Enthaltung den Magistrat und das Parlament dabei, Windkraftstandorte im Stadtwald mit Blick auf die Konsolidierung des städtischen Haushalts zu realisieren.

Um möglichst große Transparenz zu schaffen, regte der Ortsbeirat an, dass der Entwurf des Regionalplans nicht nur im Regierungspräsidium und im Kreishaus Korbach, sondern auch im Rathaus offen liegen solle. Bis zum 14. Mai kann jeder Bürger Einwände geltend machen. Einzusehen ist der erste Entwurf ab heute unter www.rp-kassel.de.

Zu den Windkraftplänen der Stadt ist für Mittwoch, 20. März, 19.30 Uhr, ein Infoabend im Rathaussaal Landau geplant.

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