EWF will Leerrohre in Diemelstadt für Glasfaserkabel nutzen

Pfiffige Ideen gegen den weißen Fleck

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Schnelles Internet ist in den Stadtteilen der Diemelstadt ein Fremdwort. Eine Funlöstung scheiterte vor einigen Jahren kläglich. Nun wird ein neuer Anlauf unternommen. Foto: Lutz Benseler

Bad Arolsen - Neue Hoffnung für einen baldigen Anschluss ans schnelle Internet in den Stadtteilen der Diemelstadt: Der Energieversorger EWF schickt sich an, im völlig unterversorgten Nordzipfel Zeichen zu setzen.

Die Großgemeinde im Norden des Landkreises verfügt zwar über den einzigen Autobahnanschluss für Waldeck-Frankenberg. Auf einer bunten Karte aber, die die Internetabdeckung der Region darstellt, ist Diemelstadt nur ein weißer Fleck, terra incognita, unbekanntes Land für die Internetgemeinde.

Das ist auch im Kreishaus bekannt, wo man sich nun mit vier weiteren nordhessischen Landkreisen darum bemühen will, eine eigene Breitband-Hochleistungsinfrastruktur auf Glasfaserbasis einzurichten.

Breitbandkoordinator Wolfgang Baraniak berichtete am Mittwochabend im Stadtparlament, dass in Nordhessen insgesamt 114 Kommunen 900 Ortsteile mit 380000 Haushalten an das schnelle Internet anschließen wollen. Das Investitionsvolumen wird auf 173 Millionen Euro geschätzt.

Derzeit sei man damit beschäftigt, mit einer europaweiten Ausschreibung einen geeigneten Betreiber zu finden, der 2400 Kilometer Glasfaserkabel verlegen und betreiben wolle.

Die so genannte „letzte Meile“ soll aber nicht mit Glasfaseranbindung erfolgen, sondern über die vorhandenen Telefonanschlüsse, um Kosten zu sparen.

Während sich in den Nachbarkreisen die neue EAM um den Tiefbau bemüht, strebt in Waldeckfrankenberg der heimische Energieversorger EWF den Auftrag an.

EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller berichtete im Stadtparlament, dass sein unternehmen auf zahlreiche vorhandene Leitungswege und Leerrohre zugreifen könne. Denkbar sei zum Beispiel auch, die Lichtleiter an vorhandene 20-KV-Freilandleitungen zu hänge. Sollte dies aus statischen Gründen nicht möglich sein, strebt Schaller den Austausch der vorhandenen Kabel durch Leiterseile mit innenliegenden Lichtwellenleitern an.

Wenn die Stadt und der Landkreis zustimmten, könnten jedenfalls die Haushalte der Diemelstadt als Erste in den Genuss des schnellen Internets kommen. - Endlich!

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