Große Pläne für Elleringhausen, Nieder- und Ober-Waroldern werden umgesetzt

Pfiffige Ideen für Grunddörfer

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Twistetal. - Die drei sogenannten Grunddörfer Elleringhausen, Nieder- und Ober-Waroldern haben die vergangenen zwölf Monate seit Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm dazu genutzt, sich auf die Erfordernisse des staatlichen Förderprogramms vorzubereiten.

Das Ergebnis, das in vielen Arbeitsgruppensitzungen von engagierten Bürgern mit erfahrenen Planern erarbeitet wurde, kann sich sehen lassen. Nun sollen die Ärmel hoch-gekrempelt werden, damit es endlich richtig losgehen kann. Quasi als Auftaktveranstaltung ist am kommenden Sonnabend ein Grunddörferfest im Dorfgemeinschaftshaus von Elleringhausen geplant, bei dem unter anderem auch die Ergebnisse der bisherigen Planung vorgestellt werden sollen.

Erstaunlich viele junge Leute haben sich bisher an den Beratungen beteiligt, berichtet Rosemarie Tomalla, die Ortsvorsteherin von Ober-Waroldern. Den Vorgaben der behördlichen Planer folgend sollen die drei Dorfgemeinschaftshäuser künftig mit unterschiedlichen Schwerpunkten genutzt werden. Für Elleringhausen bietet sich der Schwerpunkt Sport an. Schließlich gibt es hier einen sehr aktiven Sportverein, der die Halle für Kinderturnen und viele andere Aktivitäten nutzt.

Klare Vorstellungen

Das Dorfgemeinschaftshaus von Ober-Waroldern soll als Haus der Musik gewidmet werden, weil es hier einen aktiven Musikverein und einen gemischten Chor gibt.

In Nieder-Waroldern soll das Dorfgemeinschaftshaus als Haus der Feste etabliert werden. Dazu sind noch Umbauten nötig, die einen barrierefreien Zugang ermöglichen.

In Ober-Waroldern ist der Abriss des alten Backhauses auf dem Grundstück Schmidt geplant. Mit den Resten soll auf dem Platz zwischen Kirche und Gemeinschaftshaus ein neues Backhaus errichtet werden.

In Elleringhausen sprachen sich die Bürger für die Umgestaltung des Weges zum Friedhof und für die Neugestaltung des Platzes vor der Kirche aus. Das Dorfgemeinschaftshaus soll energetisch saniert werden. Dazu sollen die Glasbausteine durch wärmedämmende Fenster ersetzt und auch das Dach isoliert werden. Außerdem wünschen sich die Jugendlichen Verbesserungen an ihrem Jugendraum.

In Nieder-Waroldern haben die Bürger sich die Neugestaltung ihres Festplatzes gewünscht. Außerdem soll auch hier das Dorfgemeinschaftshaus wärmeisoliert werden. Im Bachlauf der Wilde könnte ein Wassererlebnis-Spielplatz entstehen.

„Alle unsere Vorschläge wurden von der WI-Bank grundsätzlich genehmigt“, berichtete Mary Häpe, die den Arbeitskreis Dorferneuerung Grunddörfer leitet. Als ihr Stellvertreter fungiert Christoph Weishaupt. Schriftführer ist Marco Griese. Die Kasse führt Heinz Peuster. Als Pressereferentin wirkt Rosemarie Tomalla im Vorstand mit.

In den kommenden sieben Jahren sollen Schritt für Schritt alle geplanten Baumaßnahmen abgearbeitet werden. Dafür sind rund 727000 Euro kalkuliert. Die förderfähigen Nettokosten können bis zu 75 Prozent vom Land gefördert werden. Im Gemeindehaushalt ist im kommenden Jahr eine erste Rate von 100000 Euro eingeplant.

Chance für Hausbesitzer

Wichtiger noch als alle gemeindlichen Investitionen sind aber die privaten Baumaßnahmen. Verbesserungen der Gebäudestruktur können bis maximal 100 000 Euro pro Gebäude bei einer Förderquote von 30 Prozent gefördert werden.

Der von der Gemeinde beauftragte Architekt berät alle Interessenten kostenlos. Bis heute sind bereits 33 Anfragen privater Bauherren eingegangen. Acht Förderanträge wurden von der WI-Bank genehmigt.

Während die Bauarbeiten laufen, setzen die Planer in Wiesbaden und im Kreishaus darauf, dass die Dörfer im Zuge der Dorferneuerung enger zusammenwachsen und sich der gemeinsamen Aufgabe stellen, dem demografischen Wandel zu trotzen.

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